Eishockey

Eishockey Topscorer der nordamerikanischen Profiliga will in dieser Spielzeit unbedingt den Stanley Cup gewinnen / Ex-Jungadler-Kollege Kahun als Unterstützung

Draisaitl startet mit Kampfansage in die NHL-Saison

Edmonton.Leon Draisaitl zögert kurz. Aber er sagt nicht, in ein paar Jahren könnten die Edmonton Oilers so weit sein, dass der Gewinn des Stanley Cups realistisch sei. Der Eishockey-Star traut seinem Team den Titel in der NHL jetzt zu. In dieser Saison, in der wegen der Folgen der Corona-Krise so viel anders und unvorhersehbar ist.

„Ich glaube, dass man jedes Jahr die Chance hat oder es anstrebt, den Stanley Cup zu gewinnen. Wir haben dieses Jahr eine gute Chance“, sagte der 25-Jährige vor dem Auftakt der neuen Saison in der Nacht zum Donnerstag (4 Uhr MEZ) gegen die Vancouver Canucks: „Aber wir müssen es halt erst mal aufs Eis bringen und uns als Team finden, und das am besten so schnell wie möglich.“

Seine Antwort auf die Frage nach den Chancen der in den vergangenen Jahren recht erfolglosen Oilers zeigt seinen Ehrgeiz. Alle Trophäen, die er als Einzelner gewinnen kann, hat er 2019/20 abgeräumt. Er war Topscorer, er wurde als erster Deutscher zum wertvollsten Spieler (MVP) gewählt, auch die NHL-Profis kürten ihn zu ihrem Besten. Der Kölner ist in Sphären aufgestiegen, in denen nie ein Deutscher zuvor war. Doch ihm geht es um den Erfolg des Teams, das wiederholt er gebetsmühlenartig. Und der Stanley Cup, der fehlt dem Stürmer noch.

„Ich glaube, dass wir uns verstärkt haben über den Sommer und auf dem Papier auf jeden Fall eine bessere Mannschaft haben“, sagte der Angreifer, der seit der Jugend im Eishockey-verrückten Kanada zu Hause ist. Edmonton wünscht sich den ersten Titel seit 1990, die Oilers scheiterten zuletzt aber stets früh an dem Vorhaben, an die glänzenden Zeiten der 80er Jahre anzuknüpfen.

Corona zwingt zu Veränderungen

Als Favoriten werden auch diesmal andere gehandelt. Für Edmonton wird es erstmal darum gehen, erstmals seit 2017 die Play-offs zu erreichen. Auch im vergangenen August hatte sich gezeigt, dass zwei Topstars wie der Kanadier Connor McDavid und Draisaitl nicht reichen. Überraschend war schon in der Play-off-Qualifikationsrunde gegen Chicago Schluss. Mit Auswahlkollege Dominik Kahun, mit dem Draisaitl einst in der Mannheimer Jugend für Furore sorgte, als einem der Zugänge neu an seiner Seite soll sich dieses Schicksal nun nicht wiederholen. Mit seinem „Spielwitz“ werde der Olympia-Zweite von 2018 das Team verstärken, meinte Draisaitl: „Er ist ein sehr schlauer Spieler“.

Der Weg in der neuen Saison wird schwierig. Vieles wird anders sein, als es der prominenteste deutsche NHL-Stürmer seit 2014 kennt. Wegen der Corona-Pandemie hat die Liga ihre Regeln angepasst, die Hauptrunde von 82 auf 56 Spiele gekürzt und die Mannschaften in vier neue Divisionen aufgeteilt. Dass alle Teams aus Kanada in der Hauptrunde ausschließlich untereinander spielen, mache „viele Dinge sehr viel einfacher“, findet Draisaitl. Die kanadische Division ist für ihn „eine sehr smarte Idee“. Sie biete einen besonderen Reiz: „Die kanadische Division ist sehr stark und ausgeglichen, alle Mannschaften haben eine echte Chance, die Play-offs zu erreichen. Natürlich hoffe ich, dass wir am Ende ganz oben stehen.“

Dass Draisaitl seine so starke Saison wiederholen kann, davon hatte sich Ex-Bundestrainer Marco Sturm, Co-Trainer der Los Angeles Kings „fest“ überzeugt gezeigt. Draisaitl beschwichtigt, dass das „mit Sicherheit sehr schwierig“ werde. Um die Gesundheit und das Abschneiden seines Teams nicht durch Corona-Fälle zu gefährden, will er viel zu Hause bleiben: „Das ist die beste Strategie.“ dpa

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