Eishockey

Eishockey DEB-Chef Reindl erwartet WM-Absage

Es wird „dramatisch“

Archivartikel

München.Nach der Play-off-Absage in der Meisterschaft dürften die immer dramatischeren Folgen der Coronavirus-Pandemie die Eishockey-Profis auch um die diesjährige WM bringen. Eigentlich ist das Turnier im Mai in Zürich und Lausanne geplant. Doch der Schweizer Bundesrat könnte an diesem Freitag mit weiteren Maßnahmen für das Aus des Events sorgen. DEB-Präsident Franz Reindl wollte keine offizielle Prognose über die Weltmeisterschaft abgeben. Der erfahrene Funktionär aber meinte deutlich: „Ich erwarte keine lange Diskussion, weil die Fakten und die Dimensionen dieses Virus’ in der Welt sich noch dramatisch ins Negative wenden werden. Das ist mein Gefühl.“

Während überall auf der Welt Sportveranstaltungen abgesagt oder auf unbestimmte Zeit verschoben und die Berichte über die Folgen von Covid-19 immer bedrohlicher werden, scheint ein Eishockey-Turnier mitten in Europa in nur zwei Monaten nicht realistisch.

„Ich glaube, dass sie kaum stattfinden kann“, sagte Nationalspieler Marcel Noebels über die WM in der Schweiz und ergänzte: „Ich glaube, die Eishockeysaison ist seit Sonntag beendet. Es wäre auch vernünftig, wenn wir dieses Jahr gar nicht mehr spielen.“ Der Deutsche Eishockey-Bund hatte am Mittwoch die Saison in allen Amateurligen abgebrochen und war damit dem Beispiel der Deutschen Eishockey Liga für die Profi-Vereine gefolgt. Reindl sprach von einem „gemeinsamen Zeichen“ der Verantwortung.

Nun geht der Blick in die Schweiz und auf internationale Verbände. Reindl sitzt im Council der IIHF, das über die A-WM vom 8. bis 24. Mai entscheidet. Voraussichtlich aber wird dann nur noch offiziell gemacht, was die Politik längst beschlossen hat. Die Entscheidung am Freitag werde „dramatisch“ ausfallen, sagte Reindl deutlich. Auch andere Turniere wie die U-18-WM in den USA stehen vor der Absage.

Fehlende Hallen

Bis zum Vollzug aber müssten die Vorbereitungen fortgesetzt werden, sagte Sportdirektor Stefan Schaidnagel. Dazu gehören fünf Test-Heimspiele und zwei Partien auswärts sowie die Kaderplanungen von Bundestrainer Toni Söderholm. Die Spieler seien „dazu angeleitet, sich „fit und gesund zu halten“, sagte Schaidnagel. Allein das aber ist schwierig, fehlen den Akteuren doch durch das vorzeitige Saisonende in der DEL die Trainingshallen. 

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