Eishockey

Eishockey Trotz der ersten Saisonniederlage liegt der Trainer mit Düsseldorf an der DEL-Spitze

Harold Kreis auf Erfolgskurs

Düsseldorf.Auch nach dem Ende der Siegesserie boten die Fans des Eishockey-Altmeisters großes Spektakel. Fast 10 000 Anhänger feierten ihre Düsseldorfer EG nach der Derby-Niederlage gegen den Rivalen Krefeld Pinguine. Die hatte nach 0:3-Rückstand großen Kampfgeist gezeigt und hatte zum 3:3 ausgeglichen, ehe in der Verlängerung der Siegtreffer für die Gäste fiel.

Mit sieben Siegen hatte die DEG in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) zuvor eine Startserie hingelegt, wie sie noch keinem Club gelungen war, und musste am Wochenende die ersten Punktverluste hinnehmen. Mit 19 Punkten grüßt der achtmalige deutsche Meister aber weiterhin von der Tabellenspitze vor den Mannheimer Adlern (18).

Architekt des Höhenfluges der DEG, die ihren bislang letzten Meistertitel vor 22 Jahren im altehrwürdigen Eisstadion an der Brehmstraße feierte, ist der neue Coach Harold Kreis. Der Deutsch-Kanadier war der Trainer, mit dem die DEG 2009 letztmals in ein Finale um die deutsche Meisterschaft eingezogen war – und er gilt bei DEL-Verfolger Mannheim als wahre Ikone.

Kreis spielte beim MERC und den Adlern insgesamt 19 Jahre lang (von 1978 bis 1997). Im blau-weiß-roten Trikot absolvierte der am 19. Januar 1959 geborene Kreis insgesamt 891 Spiele in der Bundesliga und der DEL. Auch als Trainer war Kreis in Mannheim erfolgreich – 2012 führte er die Adler ins Finale, das gegen Berlin verloren ging. Am 31. Dezember 2013 wurde er in Mannheim entlassen – und macht nun wieder in Düsseldorf auf sich aufmerksam.

Eine Ikone in Mannheim

Und wenn es nach dem 59-Jährigen ginge, könnte es mit der DEG diesmal eine noch erfolgreichere Saison als im Vorjahr werden. Denn trotz der nicht gerade besten Leistung hat seine Mannschaft große Moral bewiesen. „Im letzten Drittel hat mein Team wirklich Charakter gezeigt“, meinte der DEG-Trainer. Auch Torschütze Leon Niederberger sieht die Düsseldorfer für die nächsten Aufgaben gerüstet. „Dieses letzte Drittel muss uns Mut machen.“

Die Voraussetzungen für eine bessere Spielzeit wurden auch hinter den Kulissen geschaffen. Die ehemaligen DEG-Spieler Niki Mondt und Daniel Kreutzer wurden in den Club eingebunden: Mondt als Sportlicher Leiter, Kreutzer als Chefscout. Die Zusammensetzung des Kaders passt. „Es sind sehr gute Charaktere in der Mannschaft. Außerdem haben wir einige Spieler dabei, die zuletzt nicht ihre besten Zeiten erlebt haben und sich sagen: Jetzt erst recht!“, sagte der ehemalige Nationalspieler Patrick Köppchen.

In Philip Gogulla konnte der Club nun sogar einen gebürtigen Düsseldorfer verpflichten. Der langjährige Kölner Torjäger hatte sich im Streit von den Haien getrennt und für weniger Geld der DEG angeschlossen. Der 31 Jahre alte Routinier hilft seinem Team und trifft auch noch. „Philip ist einer unserer Offensivspieler und hat sich gut eingefügt. Das heißt, ich setze ihn nicht in Unterzahl ein. Aber wenn wir einen Treffer brauchen, steht er auf dem Eis“, erklärte Kreis.

Darauf hoffen die zahlreichen DEG-Fans auch im nächsten Heimspiel – am 19. Oktober steht das ganz große Derby im sicher ausverkauften ISS Dome gegen die Kölner Haie an. Da möchte Gogulla dann gerne wieder treffen. dpa/sko