Eishockey

Eishockey Trainersuche spielt „eine sehr große Rolle“

Kapitän Kink sieht den DEB gefordert

Krefeld.Die Sorgen sind groß. In der Kabine des Nationalteams ist die Suche nach einem neuen Eishockey-Bundestrainer Thema Nummer eins. „Das ist auf alle Fälle jetzt eine große Herausforderung“, sagte Kapitän Marcus Kink von den Mannheimer Adlern zum Vorgehen des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) bei der Kandidatenkür für die Nachfolge des erfolgreichen und bei den Spielern beliebten Marco Sturm. Der DEB-Spielführer beim Deutschland Cup in Krefeld wies nach dem 3:4 nach Verlängerung gegen Olympiasieger Russland zum Auftakt des Vier-Nationen-Turniers noch einmal auf die Dringlichkeit hin: „Das spielt eine sehr große Rolle. Das wird nicht so einfach jetzt.“

Zum Auftakt des Abschiedsturniers für den scheidenden Bundestrainer erinnerten die Spieler an die Errungenschaften Sturms, der nach eigener Aussage „nicht nur Trainer, sondern Teil der Familie“ war.

Emotionaler Abschied

Für Sonntag deutete Kink nach dem letzten Turnierspiel gegen die Slowakei (14.30 Uhr/Sport1) einen emotionalen Abschied an. „Das tut natürlich weh“, sagte Angreifer David Wolf zum Abgang des 40-Jährigen in die NHL. Dort wird Sturm Assistenzcoach bei den Los Angeles Kings. „Marco war eine absolute Bereicherung. Er hat uns quasi zur Olympia-Silbermedaille geschossen“, befand Wolf.

Auch wenn Sturm beim größten Erfolg der deutschen Eishockey-Historie im Februar „nur“ hinter der Bande stand, verdeutlichen diese Aussagen die Sturms Rolle seit 2015 für das Nationalteam. Als Trainer-Novize führte der deutsche NHL-Rekordspieler die DEB-Auswahl in die erweiterte Weltspitze und impfte den Spielern Selbstvertrauen, Ehrgeiz und Teamgeist ein. Ein Mix, der beim ebenfalls mit 3:4 nach Verlängerung verlorenen Finale beinahe zum Olympiasieg geführt hätte.

„Wir haben unseren Lokführer verloren“, formulierte es DEB-Präsident Franz Reindl. Auch der 63-Jährige weiß um sein Dilemma. Es gilt als nahezu ausgeschlossen, dass er noch mal jemanden wie Sturm aus dem Hut zaubert. Vor drei Jahren hatte er Sturm völlig überraschend zum Generalmanager und Bundestrainer ernannt. Ein riskanter Weg, der belohnt wurde. Mit seiner Aura und seiner Erfahrung aus 1006 NHL-Partien folgten ihm die Spieler blind. Wenn Sturm rief, setzten sich auch die deutschen NHL-Stars umgehend ins Flugzeug. Die Spieler treibt die Sorge um, dass dieser Spirit wieder verlorengehen könnte. dpa