Eishockey

Eishockey Um die Viertelfinalchance zu wahren, muss Deutschland gegen Lettland gewinnen

Mit dem Rücken zur Wand

Herning.Vor der letzten Chance auf das WM-Viertelfinale schärfte Eishockey-Bundestrainer Marco Sturm die Konzentration. Eindringlich rief der sonst besonnene Coach am Tag vor dem wegweisenden Spiel gegen Lettland seine Kommandos durch die Trainingshalle von Herning.

Dem neuformierten deutschen Nationalteam droht bei der Weltmeisterschaft in Dänemark das Turnier-Ende nach der Vorrunde. Nur mit einem Sieg (heute, 12.15 Uhr/Sport1) wird die geringe Möglichkeit auf die K.o.-Runde gewahrt.

„Wir müssen bereit sein für einen wirklich heißen Tanz“, sagte Sturm, zeigte sich noch demonstrativ gelassen und versprühte Optimismus: „Ich bin überzeugt, wenn wir unser Spiel durchziehen, werden wir das Eis als Sieger verlassen.“

In der kleinen, eiskalten Übungshalle motivierte NHL-Star Leon Draisaitl seine Teamkollegen und knallte dafür den Schläger mehrfach gegen die Bande. Auch der Präsident des Deutschen Eishockey-Bunds, Franz Reindl, verschaffte sich als Trainingsgast einen Eindruck. „Die Mannschaft ist bereit, die Chance anzunehmen“, sagte Reindl. „Es ist komplett auf Augenhöhe.“

Fünf Punkte auf der Habenseite

Nach einem trainingsfreien Tag mit Stadtbummel in Aarhus und gemütlichem Kaffeetrinken gingen die Nationalspieler ausgeruht in die Vorbereitung. Nur fünf Punkte hat die DEB-Auswahl bei ihrem Neuanfang bislang in vier WM-Spielen geholt, lediglich ein Sieg gegen Außenseiter Südkorea ist bislang gelungen.

Selbst wenn es mit einem Erfolg gegen die Letten klappt, sind für den Einzug in die K.o.-Runde Punkte aus den Duellen gegen die Top-Nationen Finnland oder Kanada notwendig. Verliert die Auswahl gegen Lettland, wäre es ein Dämpfer in der jungen Trainer-Laufbahn von Sturm. 2016 und 2017 hatte er die Deutschen unter die Top Acht geführt.

Zweimal standen in jüngster Vergangenheit unter der Verantwortung des Dingolfingers Entscheidungsspiele gegen Lettland an. Beide entschied die DEB-Auswahl für sich. Auch beim Bundestrainer wurden Erinnerungen an die Olympia-Qualifikation und das Alles-oder-Nichts-Vorrundenspiel bei der Heim-WM vor einem Jahr um den Einzug in die K.o.-Runde wach. In Köln endete die Partie mit einem nervenaufreibenden 4:3 im Penaltyschießen. In Riga machte Deutschland die Olympia-Qualifikation perfekt. Mit sieben NHL-Spielern trotzte die deutsche Auswahl im September 2016 dem Druck. Es war die Basis für den sensationellen Weg bis zum historischen Olympia-Silber.

„Das hilft schon ein bisschen“, sagte Torjäger Yasin Ehliz, mit drei Treffern bislang bester deutscher Torschütze und Sturmpartner von Topstar Draisaitl. Einen Draisaitl in Bestform wird das deutsche Team am Samstag benötigen. Sturm hat nach den beiden Auftakt-Niederlagen die Reihen umgestellt und Draisaitl die schnellen Ehliz und Dominik Kahun an die Seite gestellt. „Die pushen auch den Leon immer wieder nach vorn“, erklärte Sturm.

Eindringlich warnte der Bundestrainer vor den Stärken des Gegners. „Sie sind kämpferisch und strukturell sehr gut aufgestellt. Sie sind unangenehm, weil sie immer kämpfen bis zum Schluss“, sagte der 39-Jährige. Die Balten überraschten am Donnerstag mit einem Punktgewinn gegen die USA, gegen die Deutschland mit 0:3 verloren hatte. dpa

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