Eishockey

Eishockey Mit dem 5:1-Triumph über die USA gelingt dem DEB-Team ein versöhnlicher Abschluss des Deutschland Cups / Bundestrainer Sturm zuversichtlich

Mut schöpfen vor Olympia

Augsburg.Nach dem versöhnlichen Abschluss beim Olympia-Test fand Eishockey-Bundestrainer Marco Sturm seinen Optimismus wieder. Das klare 5:1 (1:0, 3:1, 1:0) gegen die USA und den dritten Platz beim Deutschland Cup wertete der 39-Jährige in Augsburg trotz der zwei Niederlagen zum Auftakt als positiven Schritt auf dem Weg nach Pyeongchang. "Das Spiel war richtungsweisend. Ich war auch gespannt, wie die Mannschaft reagiert. Das hat sie hervorragend gemacht", sagte Sturm über die Casting-Runde. "Wenn man jetzt das große Bild sieht, haben wir einen soliden Deutschland Cup gespielt."

Aus der besten Turnierleistung dank eines überzeugenden Torhüters Danny aus den Birken konnte das ersatzgeschwächte deutsche Nationalteam drei Monate vor Olympia Mut schöpfen. Der Erfolg sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Sturm für die Südkorea- Nominierung Mitte Januar kaum Auswahl hat. "Man hat gesehen, dass es nicht ausreicht, wenn wir nicht komplett sind", bilanzierte DEB-Präsident Franz Reindl, nachdem er dem B-Team von Russland vor dem letzten Auftritt des Gastgebers den Siegerpokal überreichte.

Nach dem 2:8-Debakel gegen die Russen und dem 0:3 gegen die Slowakei hatte das Team des Deutschen Eishockey-Bunds (DEB) gegen die mit reichlich NHL-Erfahrung gespickte US-Auswahl unerwartet keine Probleme. Frank Mauer ließ die meisten der 5310 Zuschauer schon früh jubeln (4. Minute). Brent Raedeke (24.) und Brooks Macek (33.) sorgten mit ihren Treffern für die frühe Vorentscheidung, als die Deutschen den Kontrahenten auch ohne einige Leistungsträger teils überrumpelten. Thomas Holzmann (34.) und Yannic Seidenberg (58.) erhöhten. Broc Little (38.) gelang für die USA nur Ergebniskosmetik.

Einige personelle Erkenntnisse habe er gewonnen, erklärte Sturm. Nach dem letzten Länderspiel vor der Olympia-Nominierung hob er Stürmer Dominik Kahun hervor, der wegen des Fehlens von NHL-Star Leon Draisaitl bei Olympia besonders wichtig werden könnte.

Wie viele Profis ihre Reise zu den Spielen vom 9. bis 25. Februar bereits sicher haben, verriet er nicht. "Sicher haben gewisse Spieler ein großes Plus. Aber es gibt genügend Plätze, die noch frei sind. Es kommt auf die Spieler an", behauptete der Coach.

Kaum mehr als ein halbes Dutzend Olympia-Tickets dürften offen sein. Ohne die NHL-Profis und nach so manchem Rücktritt scheinen anders als bei den beiden Weltmeisterschaften unter Sturm die Alternativen gering. "Wir haben in Deutschland leider nicht genug", sagte Stürmer Marcus Kink.

Leitwolf Marcel Goc

Elf Profis aus dem Augsburg-Aufgebot standen auch bei der Heim-WM auf dem Eis. Mit Verteidiger Sinan Akdag, der bei der WM dabei war, aber nicht auflief, sind es zwölf. Sie müssen nach den Auftritten im Curt-Frenzel-Stadion wohl nicht mehr um ihren Platz im 25-Mann-Kader für Olympia zittern als vorher. Ebenso wie das normal gesetzte Personal, das aus verschiedenen Gründen fehlte. Damit kämen sieben hinzu, darunter die Leitwölfe Marcel Goc und Christian Ehrhoff.

Generell sei die Entwicklung in der nun zweijährigen Amtszeit von Sturm sehr positiv, betonte Verteidiger Moritz Müller: Zwei Niederlagen beim Deutschland Cup "können dem Ganzen nichts anhaben."

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