Eishockey

Eishockey WM-Generalprobe für DEB-Team gegen erstklassig besetztes US-Team in Mannheim

Stelldichein der Superstars

Mannheim.Der neue Eishockey-Bundestrainer Toni Söderholm kann das „Highlight“ vor seinem WM-Debüt nicht erwarten. „Dieser Tag ist einer von denen, auf die ich gewartet habe, seitdem ich beim DEB bin“, sagte der Nachfolger von Marco Sturm vor der Generalprobe gegen das mit NHL-Top-Stars gespickte Team der USA am Dienstag in der Mannheimer SAP Arena (19 Uhr/Sport1). Der 41 Jahre alte Finne musste durch die verletzungsbedingte WM-Absage von Keeper Thomas Greiss von den New York Islanders am Montag dagegen einen Rückschlag verkraften.

Für das verjüngte Team des Olympia-Zweiten wird es ein Vorgeschmack auf die möglicherweise beste WM seit langem. Durch das unerwartet frühe Saison-Aus mehrerer NHL-Top-Teams haben die großen Nationen bei der Weltmeisterschaft von diesem Freitag an in der Slowakei fast alle ihrer größten Stars dabei – von Turnierbeginn an, was ungewöhnlich ist. „Es werden einige Hochkaräter da sein“, sagte Abwehrspieler Moritz Müller.

Gerade die USA sind in diesem Jahr besonders gut besetzt und gehören mit NHL-Stars wie Patrick Kane (Chicago Blackhawks), Jack Eichel (Buffalo Sabres), John Gaudreau (Calgary Flames) oder Dylan Larkin (Detroit Red Wings) zu den Mitfavoriten auf den Titel. „Die haben auf jeden Fall viel Feuerkraft, das ist eine andere Hausnummer“, sagte Deutschlands NHL-Verteidiger Korbinian Holzer von den Anaheim Ducks: „Das ist ein idealer Gradmesser vor der WM.“ Der zweimalige Weltmeister und WM-Dritte des Vorjahres ist am 19. Mai deutscher Vorrundengegner. Auch deshalb erwartet Söderholm im letzten Vorbereitungsspiel keinen Test-Charakter mehr. „Das Tempo wird sehr hoch. Die Zweikämpfe werden intensiv und aggressiv“, warnte der Finne.

Olympia-Qualifikation das Ziel

Söderholm sieht sich unter Zugzwang, die WM-Enttäuschung des Vorjahres noch unter Sturm mit Platz elf nach der Olympia-Sensation zu kompensieren. Ziel ist das Viertelfinale und vor allem die dann wahrscheinliche direkte Qualifikation für Olympia 2022. Angesichts des von Beginn an top-besetzten Turniers kein einfaches Unterfangen.

Mut macht der auch aus deutscher Sicht vielversprechende Kader. Angeführt von Weltklasse-Stürmer Leon Draisaitl (Edmonton Oilers) soll trotz des Umbruchs nach Olympia eine Überraschung gelingen. „Wir haben sehr viel Talent in der Mannschaft. Wenn wir unser Spiel durchziehen, wird etwas Gutes dabei rauskommen“, unkte Draisaitl, der als viertbester Scorer der NHL-Hauptrunde herausragt.

Hinzu kommen vielversprechende Talente wie Mannheims Verteidiger Moritz Seider (18) oder Lean Bergmann (20), die wie auch Marcus Eisenschmid (24) schon bald in der nordamerikanischen Profiliga spielen könnten. „Was ich hier sehe, was dazu gestoßen ist, ist wirklich nicht von schlechten Eltern. Der Umbruch war vielleicht doch besser als erwartet“, sagte der mögliche WM-Kapitän Müller.