Eishockey

Eishockey Gegen Südkorea muss das DEB-Team unbedingt siegen, um den Abstieg zu vermeiden

Warnung vor dem Absturz

Archivartikel

Herning.Olympia-Silber war einmalig. Zehn Wochen nach dem dramatischen Finale von Pyeongchang ist das deutsche Eishockey zurück in der Realität und muss bei der Weltmeisterschaft in Dänemark sogar den Absturz in die Zweitklassigkeit fürchten. Gegen den klaren Außenseiter Südkorea benötigt die Auswahl von Bundestrainer Marco Sturm am Mittwoch (16.15 Uhr/Sport1) Punkte, um die Abstiegsgefahr zu vermeiden. Nur mit einem Sieg wird auch die theoretische Chance auf das dritte WM-Viertelfinale in Serie gewahrt. „Wir wussten, dass die WM eine große Herausforderung wird“, sagte der 39-jährige Sturm.

Der Umbruch im Nationalteam ist schwieriger als gedacht, das hat aber auch nachvollziehbare Gründe. Insgesamt 17 Ausfälle durch Rücktritte, Absagen und Verletzungen musste Sturm verdauen. Er muss die zurückgetretenen Leistungsträger Christian Ehrhoff (35), Marcel Goc (34) und Patrick Reimer (35) ersetzen. Ihr Fehlen hätte ein ansonsten komplettes Sensationsteam von Pyeongchang womöglich auffangen können, nicht aber das WM-Team mit nur zehn Silbergewinnern. Derart zahlreiche Ausfällen hatte selbst Sturm nicht einkalkuliert.

Dass die Meisterentscheidung in der Deutschen Eishockey Liga für München erst im siebten Finale gegen Berlin fiel, machte die Zusammenstellung des Kaders und die Vorbereitung noch komplizierter. „Es ist in letzter Zeit vieles zusammengekommen. Es war auch nicht alles so geplant, wie wir aufgestellt sind“, sagte Sturm. Verbandschef Franz Reindl nannte auch „Erschöpfungszustände“ als Grund für die Absagen. „Die, die da sind, wollen unbedingt spielen. Das ist doch besser, als angeschlagene Spieler zu überreden, mitzufahren.“

Früh hatte Sturm nach dem größten Erfolg der deutschen Eishockey-Geschichte begonnen, vor zu hohen Erwartungen zu warnen, und an die Vergangenheit erinnert. 1976 nach Olympia-Bronze war Deutschland fast in die B-Gruppe abgestiegen.

Großes Leistungsgefälle

Das Wunder von Pyeongchang war mit gleich elf Spielern über 30 Jahren gelungen. In Dänemark versucht nun ein Team mit 13 Spielern, die 25 Jahre oder jünger sind, an die Erfolge anzuknüpfen. Acht WM-Debütanten hat Sturm eingesetzt, er plant auch für die Zukunft. Das Leistungsgefälle ist groß, manch ein Spieler stößt an Grenzen. Deutlich sprach Sturm die hohe Fehlerquote, die schwache Passqualität und die Schwächen in Unter- und Überzahl an. Hätte Deutschland gegen WM-Gastgeber Dänemark und Norwegen im Penaltyschießen das glücklichere Ende für sich gehabt und vier statt zwei Punkte, würde das aber wohl kaum im Fokus stehen.

Auf den erfahrenen Torhüter Dennis Endras, WM-Held von 2010 von den Mannheimer Adlern, verzichtete Sturm diesmal freiwillig. Nach unsicheren Auftritten von Timo Pielmeier ruhen die Hoffnungen auf dem 27 Jahre alten Niklas Treutle, der beim 0:3 gegen die USA sein WM-Debüt gab und herausragte. Der Nürnberger Torhüter soll auch gegen den Weltranglisten-18. Südkorea ein Rückhalt sein. 

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