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Ein Schwimmbad im Garten

Archivartikel

Der eigene Pool vor der Haustüre: Was wie ein Traum klingt, ist durchaus machbar. Denn ein Schwimmbecken muss nicht immer teuer sein. Allerdings sollte man einige Voraussetzungen vor dem Kauf beachten.

In diesem Jahr sind sie besonders gefragt: Pools und Schwimmbecken für den eigenen Garten, die man möglichst selbst aufbauen kann. Denn sie bieten Erfrischung und Abkühlung, ohne dass man anderen Menschen zu nahe kommt und sich möglicherweise mit dem Corona-Virus infiziert.

Es gibt Pools in verschiedenen Größen und Formen: vom schnell aufblasbaren Kunststoffpool bis hin zu großen Stahlwandbecken, die in den Boden eingelassen werden müssen. „Welcher Pool der richtige ist, kommt zunächst auf den Einsatzzweck an“, erklärt Daniela Toman, Landschaftsarchitektin aus Verl bei Gütersloh. Sucht man nur eine schnelle Abkühlung, oder will man sportlich seine Runden ziehen? Aber auch Größe und Beschaffenheit des Gartens spielen eine Rolle.

„Generell lassen sich Pools in drei Kategorien einteilen“, erklärt Ute Wanschura, Geschäftsführerin des Bundesverbandes Schwimmbad und Wellness in Köln. Die erste fasst sie unter dem Begriff „Frame Pool“ zusammen. Zu dieser preiswertesten Variante gehören Quick-Up-Pools, also schnell aufzubauende Bassins mit Luftring, Stahlwandbecken oder Holzschwimmbecken, die auf dem Boden aufgestellt werden. Sie lassen sich innerhalb weniger Stunden aufbauen und sind sofort nutzbar.

Ab in die Erde

Die zweite Kategorie, die schon kostenintensiver ist, umfasst Becken, die in die Erde eingelassen werden können. Auch Pools aus Polystyrol-Steinen gehören dazu. Becken dieser beiden Kategorien lassen sich von geschickten Heimwerkern zwar selbst aufbauen. Allerdings sind bei Pools, bei denen Erdarbeiten notwendig sind, mehrere Arbeitstage einzuplanen. Man muss also Geduld haben, bevor man in ihnen Abkühlung findet.

Individuell geplant werden die Pools der dritten und teuersten Kategorie, die sogenannten Einstückbecken. Sie sind aus glasfaserverstärktem Kunststoff – kurz: GFK –, Polypropylen, PVC, Edelstahl oder Beton gefertigt. Es gibt sie mit diversen Extras, wie Gegenstromanlagen oder Unterwasserscheinwerfern. Spezielle Schwimmbadbau-Fachunternehmen benötigen mehrere Wochen oder sogar Monate, bis solch ein privates Schwimmbad im Garten bereitsteht.

Wer kleine Kinder hat, kennt vermutlich vor allem aufblasbare Planschbecken. Da sie viel weniger Wasser aufnehmen können als größere Pools, sind sie relativ leicht. „Es besteht immer die Gefahr, dass das kleine Becken beim Toben umkippt“, sagt Daniela Toman.

Der passende Standplatz ist daher besonders wichtig, auch weil das Planschbecken für die Erwachsenen immer gut sichtbar sein muss: „Die Kleinen müssen beim Baden ständig beobachtet werden.“ Der Tipp der Expertin: „Der Pool sollte sicher auf einem möglichst ebenen Untergrund stehen.“ Rasen sei nicht geeignet, denn da gebe es unter Umständen braune Flächen unter dem Pool. „Soll das Planschbecken auf dem Balkon aufgebaut werden, muss zusätzlich unbedingt dessen Statik beachtet werden“, betont Toman.

Größere Pools brauchen einen festen Platz, denn sie bleiben über längere Zeit stehen. „Da flexible Pools in der Regel keine Heizung haben, empfiehlt es sich, sie an einem sonnigen Platz aufzustellen“, sagt Wanschura. Die Sonne sei dabei „die preiswerteste Energiequelle, um das Becken zu erwärmen.“ Wenn möglich, sollte ein windstiller Ort gewählt und darauf geachtet werden, dass der Pool nicht unter Bäumen steht, von denen Blätter, Äste und Nadeln herunterfallen.

Schutz vor Wühlmäusen

Große Pools fassen bis zu zehn Kubikmeter Wasser oder mehr. Befüllt sind sie entsprechend schwer. „Sicher stehen sie auf einer ebenen Kiesschicht, über die Betonplatten gelegt werden“, sagt Toman. Darüber sollte noch ein Vliesstoff ausgebreitet werden. „Das bietet mechanischen Schutz und gibt auch Wühlmäusen keine Chance, den Pool zu beschädigen.“ Oft werden größere Pools auch in die Erde versenkt.

Anders als bei den kleinen Kinderplanschbecken, die abends geleert und morgens neu befüllt werden können, muss das Wasser in größeren Pools regelmäßig gereinigt werden. „Zu den Sets, die von Baumärkten oder Discountern angeboten werden, gehören häufig einfache Pumpen und Filter. Ist das nicht der Fall, sollte man sie zusätzlich kaufen“, rät Toman. Die Pumpe saugt verschmutztes Wasser an und transportiert es zu einem Filter, der die groben Schmutzpartikel einfängt.

Zusätzlich ist ein Desinfektionsmittel notwendig, das Keime und Pilze bekämpft. „Bewährt hat sich Chlor“, sagt Wanschura. Zwar gebe es Alternativen wie Aktivsauerstoff, Brom oder Biguanide, doch hätten diese Reinigungsmittel gegenüber Chlor meist eine geringere Wirkung.

Sinnvoll ist zudem eine Abdeckplane über dem Pool. „Diese schützt einerseits vor dem Schmutzeintrag von oben“, erklärt Toman. „Andererseits sorgt sie auch dafür, dass der Pool nicht so schnell auskühlt.“ Allerdings gibt es diese Planen nicht für jedes Modell. dpa-tmn