Essen und Trinken

Dessert Eine Kugel Eis verfeinert Crumbles

Einfach, um Reste zu verwerten

Archivartikel

Ein Früchteboden, überbacken mit Streuseln: ein Crumble (deutsch: Krümel) ist schnell gemacht – und doch in Deutschland wenig verbreitet. Das wundert auch Martin Wilfarth ein wenig. Für den Inhaber der Eisdiele „Eis Eis Baby“ in der Nähe des Mannheimer Hauptbahnhof ist dieser Umstand ein Glück. „So macht mir niemand Konkurrenz“, sagt der Inhaber des Eisladens im Quadrat L 14.

Wilfarth hat die Nachspeise in den Vereinigten Staaten kennengelernt. „Der Bäcker hat mir sein Rezept gegeben, das ich noch verfeinert habe.“ Sehr süß sei das kuchenähnliche Gebäck gewesen, als Wilfarth es in den Vereinigten Staaten zum ersten Mal gegessen hat. „Meine sind weniger süß“, sagt Wilfarth, der vor allem regionale und saisonale Produkte zum Backen verwendet. „Lieber sonnengereift als treibhausgereift.“

Entstehung im 20. Jahrhundert

Am besten werde ein Crumble, das – je nach Vorliebe auf Weizen- oder Dinkelmehl basiert – warm verspeist, „mit einer Kugel Eis“, empfiehlt Wilfarth. So entsteht beim Genießen ein warm-kaltes Wechselspiel am Gaumen. Aber auch eine Portion Sahne sei eine Alternative.

Neben Mehl sind Butter und Zucker Hauptzutaten des Teigs, der Früchte aller Arten enthalten kann. Auch Zimt eignet sich zum Verfeinern. „Wir haben Herbst, deshalb mache ich Crumbles mit Pflaumen“, erklärt Wilfarth. Das Gebäck eignet sich gut dafür, um Reste zu verwerten. Der mit Streuseln bedeckte Teig muss etwa 30 Minuten bei 200 Grad gebacken werden.

Die Geschichte des Desserts ist nicht ganz klar. Wilfarth vermutet aufgrund der Einfachheit der Herstellung aus wenigen Zutaten, dass Crumbles einer Zeit entstammen, „in der Menschen nicht viel gehabt haben“. Schließlich mache die amerikanisch-englische Nachspeise trotzdem schnell satt. Auch andere Quellen gehen davon aus, dass Crumbles erst im 20. Jahrhundert, möglicherweise gar im Zweiten Weltkrieg erfunden worden sind.

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