Essen und Trinken

Kuchen im Kleinformat

Archivartikel

Wer backen will, braucht nicht unbedingt eine Form. Denn viele der süßen Leckereien lassen sich ebenso gut in Gläsern zubereiten. Das sieht hübsch aus – und ist zudem praktisch, nachhaltig und vielseitig.

Es gibt gute Gründe, Kuchen im Glas zu backen“, sagt Christa Schmedes, Kochbuchautorin in München. Gerade für kleine Haushalte lohnt es sich, die klassische Backform im Schrank zu lassen. Grund: Wer zu Gläsern greift, hat die Möglichkeit, kleinere Mengen zuzubereiten. Alternativ helfen die Gläser dabei, den Kuchen haltbar zu machen. Werden sie direkt nach dem Backen verschlossen, bleibt das Backwerk darin mehrere Wochen lang frisch.

Ein weiterer Vorzug der kleinen Kuchen: Sie lassen sich einfach transportieren. Damit sind sie ein gutes Mitbringsel für Feiern, Picknick-Nachmittage oder die Pause auf der Arbeit. „Außerdem sind Gläser – auf eine längere Zeitspanne gesehen – umweltfreundlich, da man sie im Gegensatz zu Papierförmchen reinigen und wiederverwenden kann“, sagt Tanja Auer, Ernährungstrainerin aus Linz in Österreich.

„Man kann fast jedes Kuchenrezept auch in Gläsern backen“, sagt Schmedes. Besonders gut funktionieren klassische Rührkuchen, doch auch Obstkuchen oder kleine Törtchen kommen ohne die klassische Backform aus. In einem Punkt sollte man sich aber nicht auf das Originalrezept verlassen: bei der Backzeit. „Die ist bei Kuchen im Glas meist kürzer“, so Schmedes. Hier hilft die Stäbchenprobe: Klebt noch Teig am Holzstäbchen, muss der Teig noch einige Minuten backen.

Gut einfetten

Zerspringt das Glas nicht beim Backen? Diese Frage hört Tanja Auer immer wieder. „Man sollte auf jeden Fall darauf achten, hitzebeständige Gläser zu verwenden“, sagt die Ernährungstrainerin. Von handelsüblichen Trinkgläsern rät sie ab.

Besser sind Weck- oder Einmachgläser mit Deckel oder Bügelverschluss. Wenn man den Kuchen nach dem Backen stürzen möchte, sollte man zusätzlich auf die Form der Gläser achten. Damit die Backware nicht feststeckt, sollten die Gläser nach oben hin nicht enger werden.

Hat man die richtigen Gläser parat, müssen einige Handgriffe getan werden, bevor der Teig eingefüllt werden kann. „Die Gläser sollten sauber sein“, sagt Anke Rabeler, Foodstylistin in Berlin. „Dafür ist es ratsam, sie gründlich auszuspülen und zu sterilisieren, also einige Minuten in heißem Wasser auskochen zu lassen.“

Sind die Gläser rein, kommt der letzte Schritt: Damit der Teig nicht anhaftet, müssen sie – wie andere Backformen auch – eingefettet werden. „Dafür kann man etwa Öl oder Margarine nehmen. Besonders praktisch bei Gläsern ist, dass man in der Regel sehen kann, ob man sie überall gut eingefettet hat“, erklärt Schmedes.

Da der Teig im Ofen aufgeht, sollte man beim Einfüllen nicht zu großzügig sein. Tanja Auer hat eine Faustregel parat: „Sollen die Küchlein nach dem Backen verschlossen werden, ist es ratsam das Glas nur zu zwei Dritteln zu befüllen.“ Möchte man sie noch mit Creme oder Toppings verfeinern, sollte man sie nur bis knapp zur Hälfte füllen. Gebacken werden die Kuchen im offenen Glas.

Soll der Kuchen für längere Zeit gelagert werden, können die Gläser direkt nach dem Backen im heißen Zustand verschlossen werden. Dabei entsteht ein Unterdruck, durch den das Glas luftdicht abgeschlossen wird. „Klassische Rührkuchen lassen sich so an einem kühlen Ort etwa vier Wochen aufbewahren. Kuchen mit Obst sind etwa zwei bis drei Wochen haltbar“, erklärt Schmedes. Wer sein Backwerk frisch genießen will, lässt den Deckel links liegen und stürzt den Mini-Kuchen einfach, sobald er abgekühlt ist.

Kuchen im Glas lassen sich gut aufpeppen – sowohl optisch als auch geschmacklich. Eher trockene Sorten vertragen sich hervorragend mit cremigen Frostings. „So kann man Mascarpone, Schlagsahne und Puderzucker aufschlagen und in großen Tupfen auf die kleinen Kuchen setzen“, schlägt Anke Rabeler vor.

Anschließend können die kleinen Kuchen verziert werden – etwa mit Zuckerperlen, frischen Beeren oder Karamell-Toffee-Bonbons, die zuvor in Würfel geschnitten wurden. Wer es crunchy mag, greift zu gehackten Nüssen. Mit Eis wird aus dem Kuchen ein üppiges Dessert.

Mit Karamellkern

Einer von Anke Rabelers liebsten Glaskuchen ist ein Schokokuchen mit Karamellkern. Für die Füllung kocht sie 170 Gramm gezuckerte Kondensmilch und 70 Gramm Sahne kurz auf, so dass die Masse andickt. Danach wird das Gemisch beiseite gestellt. Sobald es abgekühlt ist, wird ein Eigelb untergehoben.

Für den Teig rührt Rabeler 125 Gramm Butter oder Margarine mit 100 Gramm Zucker und einer Prise Salz geschmeidig. Anschließend kommen erst ein Ei, dann das übrig gebliebene Eiweiß dazu.

In einer anderen Schüssel werden zunächst 140 Gramm Mehl mit 20 Gramm Kakaopulver und einem Teelöffel Backpulver vermischt und dann zusammen mit 50 Milliliter Milch unter den Teig gerührt. Damit der Kuchen schön schokoladig wird, werden noch 50 Gramm Raspelschokolade untergehoben.

Anschließend wird der Teig in gefettete Gläser eingefüllt, wobei mit einem Löffel eine Vertiefung in die Mitte gedrückt wird. In diese Mulde wird die Masse aus Kondensmilch und Sahne gefüllt. Gebacken werden die kleinen Kuchen dann für 20 Minuten bei 180 Grad und Ober- oder Unterhitze beziehungsweise 160 Grad bei Umluft. Das Rezept reicht für zwölf Gläser mit jeweils 160 Milliliter Inhalt. dpa-tmn