Essen und Trinken

Nachhaltigkeit Start-up entwickelt essbaren Trinkhalm

Trinken, ohne Müll zu verursachen

Archivartikel

Der Gin-Tonic fließt ganz normal durch das schwarze Rohr. Er schmeckt auch, wie ein Gin-Tonic nun eben schmeckt – gut. Und doch ist der Strohhalm, der aus dem schlanken, hohen Glas mit der weißen Flüssigkeit herausragt, anders. Das Röhrchen ist nicht aus Plastik, so wie man es üblicherweise kennt. Es ist auch nicht aus Glas, so wie es inzwischen mehrere Bars auch in der Region verwenden. Der schwarze Trinkhalm, den Gäste im Stuttgarter Mercure Hotel in der Heilbronner Straße bekommen, ist essbar.

Christian Heide war als Küchenchef maßgeblich an der Einführung des essbaren Trinkhalms in dem Hotel beteiligt. Zwar koste die essbare Version des Trinkhalms pro Stück etwa drei bis fünf Cent mehr als Plastikhalme, aber: „Für mich wiegt der Umweltschutz mehr als die paar Cent“, sagt Heide.

Getreide und Apfelfasern

Die Konsistenz des Halms erinnert an eine ungekochte Spaghetti. Schwer liegt er in der Hand. Wirkt stabil. Der Halm, hergestellt aus Getreide und Apfelfasern, ist beim Trinken geschmacksneutral, schmeckt beim Abbeißen dann süß-säuerlich.

„Unsere Apfelfasern gewinnen wir aus Apfeltrester, einem Reststoff aus der Apfelsaftproduktion, der normalerweise im Müll landet oder als Tierfutter verwendet wird“, erklärt Maximilian Lemke von Wisefood. Das Start-Up produziert die umweltfreundlichen Halme und hat laut eigenen Angaben seit seiner Gründung im Jahr 2017 „bereits mehr als 15 Millionen“ Plastiktrinkhalme ersetzt.

Trotz des natürlichen Materials muss das Getränk nicht zügiger getrunken werden als mit einem Plastikhalm. Der essbare Trinkhalm löst sich in der Feuchtigkeit lange nicht auf. „Je alkoholischer und süßer ein Getränk ist, desto stabiler ist der Halm“, erklärt Heide. Und in einem Glas Mineralwasser mit Kohlensäure, so zeigt ein Selbstversuch, wird der Stab erst nach mehr als eineinhalb Stunden porös und brüchig.


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