Familie und Erziehung

Ein eigenes Zimmer?

Archivartikel

Am Anfang schlafen Babys bei Mama und Papa, gespielt wird im Wohnzimmer. Doch spätestens wenn sich dort Kuscheltier-Berge auftürmen, fragen sich viele Eltern, ob ihr Kind ein eigenes Zimmer braucht. Aber lohnt das? Oder ist das Kind ohnehin bei Mama und Papa im Wohnzimmer?

„Das kann durchaus passieren. Viele Familien machen die Erfahrungen, dass Kinderzimmer in den ersten Lebensjahren ihrer Kinder nur sehr selten genutzt werden“, sagt Erziehungsexpertin Danielle Graf. Für die Buchautorin liegt das daran, dass kleine Kinder in der Regel ein starkes Bedürfnis haben, in Seh- und Rufweite der Eltern zu bleiben. Die wenigsten Kinder spielten gerne allein in einem separaten Raum.

Kinderzimmer sind eine recht neuzeitliche „Erfindung“, die es erst seit dem 19. Jahrhundert für breitere Bevölkerungsschichten gibt. Davor lebte und schlief die gesamte Familie quasi Tag und Nacht zusammen. „Da das Zimmer aber mit zunehmendem Alter immer häufiger als Rückzugsort genutzt werden wird, spricht nichts dagegen, es jetzt schon einzurichten, auch weil viele Eltern nach der Babyzeit ungerne Massen an Spielzeug im Wohnzimmer haben“, erklärt Graf. dpa