Familie und Erziehung

Erziehung Weg mit Erstklässlern oft trainieren

Lieber sicher als schnell zur Schule

Berlin.Der kürzeste Schulweg ist nicht immer der beste. Eltern sollten mit ihren Kindern vor dem Schulanfang den sichersten Weg einüben – ob direkt zur Schule oder zur Haltestelle. Sicher ist ein Weg, wenn schwierige, stark befahrene Straßen und Kreuzungen sowie unübersichtliche Abschnitte umgangen werden, erklärt der Auto Club Europa (ACE).

Eine Fahrbahn zu überqueren ist für Erstklässler oft das Schwierigste und Unfallursache Nummer eins, betont der Tüv Süd. Eltern sollten mit ihren Kindern üben, immer erst nach links und rechts zu schauen, dann noch mal kurz nach links und anschließend auf schnellstem und kürzestem Weg über die Straße zu gehen. Dieser Ablauf gibt Sicherheit und Routine. Wenn möglich, wird eine Straße nur an Ampeln oder Fußgängerüberwegen überquert.

Gefährliches Elterntaxi

Den konkreten Weg mehrmals einzuüben ist wichtig, denn was Kinder vielleicht an anderen Kreuzungen gelernt haben, können sie noch nicht auf neue Orte übertragen, warnt der ACE. Auf dem Rückweg sieht alles anders aus, er muss daher genauso geübt werden. Und auch wenn es momentan morgens hell ist, ist für den anstehenden Herbst auf eine gute Ausleuchtung der Strecke zu achten. Helle Kleidung und Reflektoren machen wiederum die Kinder für Autofahrer sichtbar.

Der ACE weist darauf hin, dass Sechsjährige noch nicht klar erkennen können, aus welcher Richtung ein Geräusch kommt, ebenso wenig können sie Entfernungen und Geschwindigkeiten einschätzen. Bis zum achten Geburtstag sollte das Kind auf dem Schulweg am besten jemand begleiten, der älter und erfahren ist, rät der Autoclub.

Tabu ist laut den Experten das häufig beliebte „Elterntaxi“, das Kinder möglichst nah an der Schule absetzt. Denn direkt vor dem Schultor sind die Elternautos eine Gefahr für alle Kinder, weil diese zwischen den parkenden und an- und abfahrenden Autos nur schlecht zu sehen sind. Führt kein Weg an einer Autostrecke vorbei, können Eltern ein Stück entfernt von der Schule halten. Zum Teil gibt es auch von Schulen extra eingerichtete Halteplätze. tmn