Familie und Erziehung

Statistik Immer weniger große Familien in Deutschland

Mehr als drei Kinder die Ausnahme

Wiesbaden.In zwölf Prozent aller Familien in Deutschland leben drei oder mehr Kinder. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden gestern auf Basis des Mikrozensus von 2016 mit. Gestern war der Internationale Tag der Familie.

Der Anteil kinderreicher Familien ist seit Jahren konstant, wie Destatis-Mitarbeiter Matthias Keller berichtete. Auch vor zehn und vor 20 Jahren lag er bei rund zwölf Prozent aller Familien.

Der Verband kinderreicher Familien Deutschland wertet das als gute Nachricht: „Es werden nicht weniger. Dieses Lebensmodell verschwindet nicht. Das ist schon mal positiv“, sagte Bundesgeschäftsführer Florian Brich. Allerdings könne sowohl die Politik als auch die Gesellschaft einiges tun, damit in Zukunft noch mehr Familien den Mut finden, mehr Kinder zu bekommen.

Die absolute Zahl geht im Gegensatz zum prozentualen Anteil leicht zurück. 2016 gab es 1,4 Millionen Familien, in denen drei oder mehr Kinder lebten. Dazu zählen die Statistiker auch Volljährige, wenn sie unverheiratet mit ihren Eltern in einem Haushalt leben.

Sehr große Familien sind in Deutschland noch seltener. 2016 gab es nur 9000 Familien mit sieben und mehr Kindern. Das entspricht einem Anteil von unter 0,1 Prozent aller Familien mit Kindern.

15 Nachkommen als Rekord

Die größte Familie im Verband kinderreicher Familien hat 15 Nachkommen – die absolute Ausnahme, es dominieren Drei- und Vierkindfamilien. Der 2011 gegründete Verband zählt 25 000 Mitglieder. Damit sich Eltern für mehr als zwei Kinder entscheiden, braucht es Brich zufolge „sowohl politische Rahmenbedingungen als auch gesellschaftliche Wertschätzung“.