Familie und Erziehung

Partnerschaft Eltern müssen Wahl des Kindes aushalten

Vorsichtige Kritik an der großen Liebe

Archivartikel

Fürth.Der feste Freund oder die feste Freundin des Kindes ist Eltern oft ein Dorn im Auge. Wenn man ehrlich ist, würde man sich fast über eine Trennung freuen. Eltern stecken in so einer Situation im Dilemma: Denn je mehr sie sich einmischen und gegen die große Liebe wettern, umso mehr Widerstand zeigen Sohn oder Tochter. Nicht ganz zu Unrecht, findet Ulric Ritzer-Sachs: „Wenn ich sage: ,Mir gefällt dein Freund/deine Freundin nicht’, sage ich damit auch ein Stück weit: ,Du bist nicht richtig’.“ Sohn oder Tochter fühlen sich automatisch mit abgewertet, erklärt der Pädagoge, der bei der Onlineberatung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung arbeitet.

Wichtige eigene Erfahrungen

Die Aufgabe lautet daher, Kritik so dosiert und diplomatisch vorzubringen, wie es nur geht. Zum Beispiel indem man sich weniger über die muffelige Art des Freundes oder das tussihafte Gehabe der Freundin mokiert, sondern eher das Wohlbefinden von Sohn oder Tochter in den Vordergrund stellt: „Ich habe die Sorge, dass eure Beziehung sehr einseitig verläuft“ oder „Ich habe den Eindruck, du bist nicht so glücklich. Täuscht das oder fühlst du dich wirklich nicht wohl?“ Womit Eltern rechnen müssen, ist, dass solche Rede-Angebote abgeschmettert werden. Dann kann es helfen, sich zu sagen: „Mein Kind muss erstmal herausfinden, wer es ist und sein will.“ Und manch einer erinnert sich vielleicht noch, dass der eigene Freund oder die Freundin bei den Eltern auch nicht sehr hoch im Kurs stand. tmn