Feudenheim

Feudenheim Klagen über Verkehr in der Hauptstraße / Stadt überwacht schwerpunktmäßig den neuen Tempo-30-Bereich

An 35 Tagen fast 9500 Verstöße

Archivartikel

Seit Januar gilt sie nun, die durchgehende Tempo-30-Zone in der Feudenheimer Hauptstraße. Die Aufhebung der zeitlichen eingeschränkten Geschwindigkeitsbegrenzung hatte eine Petition von Heike und Wolfgang Reiser an den zuständigen Ausschuss des baden-württembergischen Landtags in die Wege geleitet. Doch gerade in der Anfangszeit gab es häufig Klagen von Bürgern, dass sich viele Autofahrer nicht an das Tempo-30-Gebot halten. Daher kontrollierte die Stadt in mehreren Aktionen schwerpunktmäßig im neu eingerichteten Tempo-30-Bereich, den mit den hohen Hausnummern Richtung Innenstadt. Die Ergebnisse sind ernüchternd. Bei vier mobilen Kontrollen wurden 152 Verstöße festgestellt, bei mehrtägigen Überwachungen mit dem grauen Blitzer-Anhänger blitzte es an 35 Überwachungstagen fast 9500 Mal. Freilich kamen zuletzt wieder Beschwerden von Anwohnern der Hauptstraße auf, die im engen Bereich der Ortsdurchfahrt wohnen.

„Sehr schnell und sehr laut“

Erika Kohlschütter gehört zu diesen geplagten Feudenheimern: „Sehr schnell und sehr laut“ gehe es zu vor ihren Fenstern, „ich kann den Lärm und den Gestank der Abgase nicht ertragen“. Durch die enge Straßenschlucht sei es auch so, dass Wagen auf die schmalen Bürgersteige ausweichen bei Gegenverkehr, sie jedenfalls käme sich oft vor, als würde sie „an einer Autobahn wohnen“. Warum zwar vorne Richtung Innenstadt kontrolliert werde, aber der hintere Bereich mit den niedrigen Hausnummern ausgenommen bleibe, könne sie nicht verstehen. Desiré Leisner hat die Antwort darauf, die Sprecherin der Stadt verweist auf die Neueinrichtung ab Januar: Darauf habe der zuständige Fachbereich Sicherheit und Ordnung „den Fokus der Geschwindigkeitsüberwachungen“ gelegt.

Immerhin eine mobile Kontrolle gab es bisher im Bereich der niedrigen Hausnummer, hier stand der Blitzer vor der Nummer 9. Weitere drei Kontrollstellen hatte man vor den Nummern 99, 117 und 152a aufgestellt. Das Ergebnis: 152 Verstöße, die meisten Auto- und Motorradfahrer waren zwischen sechs und zehn Stundenkilometern zu schnell, der schnellste mit Tempo 47 unterwegs.

Bei den Messungen mit dem Blitzer-Anhänger wurden insgesamt rund 235 000 Fahrzeuge gemessen, und zwar an 35 Tagen im März und April vor den Hausnummer 160 (hier zweimal) und 119 . Hier blitzte es fast 9500 mal, das sind rein rechnerisch nur rund vier Prozent Temposünder, in absoluten Zahlen freilich ergibt sich ein anderes Bild: Es ergeben sich immerhin 285 Tempo-Überschreitungen am Tag und – legt man eine Hauptverkehrszeit von 16 Stunden zugrunde – von 17 in einer Stunde. Für die betroffenen Anwohner heißt das: Im Schnitt fährt etwa alle drei Minuten dort ein Verkehrsteilnehmer zu schnell. Der schnellste Temposünder war übrigens mit 61 km/h unterwegs.

Blitzer-Anhänger aufgestellt

Diese Blitzanhänger-Kontrollen haben freilich nicht den hinteren Bereich der Hauptstraße erfasst. Erika Kohlschütter hat den im Blick, wenn sie aus dem Fenster schaut: „Von der Ilvesheimer Straße kommen die Autos um die Ecke und geben Gas“, meint die Feudenheimerin einigermaßen verzweifelt. Sie hat sich schon an Politiker im Stadtteil gewandt, auch Lena Kamrad hat sie angerufen. „Frau Kohlschütter hat mir das mit den Autos auf dem Gehweg erzählt und auch geklagt, dass hier viele zu schnell fahren“, sagt die SPD-Stadträtin.

Sie hat sich daher an Klaus Eberle, den Leiter des städtischen Fachbereichs Sicherheit und Ordnung gewandt: „Ich habe ihn gebeten, dass sein Team auch auf der Seite der Hauptstraße Schwerpunktkotrollen ansetzt“. Kamrad selbst wohnt in der Mitte der Hauptstraße, „da verläuft auch der Schulweg der Grundschulkinder, es ist auf jeden Fall wichtig, dass sich jeder an die Geschwindigkeitsbegrenzung hält“.

Die Situation auf den engen Gehwegen kennt auch Lena Kamrad, „da fühlt man sich unsicher“. Für dieses Problem sei, wie die Stadt erklärt, die Polizei zuständig. Die Klagen aus Feudenheim sind im Rathaus angekommen: „Im vorderen und hinteren Bereich der Hauptstraße werden auch weiterhin schwerpunktmäßig solche Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt“, versichert Leisner.