Feudenheim

Feudenheim Johann-Strauß-Orchester Kurpfalz gibt Konzert in der Kulturhalle

Bei Klassik die Seele baumeln lassen

Normalerweise kümmert sich der Bund der Selbstständigen (BDS) um die Förderung der örtlichen Wirtschaft – in Feudenheim lädt der BDS auch traditionell zum Neujahrskonzert. So konnte die BDS-Vorsitzende Doris Kirsch in der fast bis auf den letzten Platz gefüllten Kulturhalle wieder rund 400 Gäste begrüßen. Alle wollten für gut zwei Stunden die Seele baumeln lassen und der Musik – vorwiegend im Drei-Viertel-Takt – des Johann Strauß Orchesters Kurpfalz lauschen.

Beschwingte Moderation

Der Begründer des Ensembles, Bassist Frank Ringleb, ließ sich von der beschwingten Musik anstecken und führte gekonnt durch den Nachmittag. Wolfram Koloseus, Professor an der Hochschule für Musik Mainz, dirigierte das Orchester, das sich vorwiegend aus Musikern des Nationaltheaters und des saarländischen Staatstheaters Saarbrücken zusammensetzt. Dass hier wahre Könner eine musikalische Reise ans Mittelmeer antraten, in das „Land wo die Zitronen blühen“, war schon bei den ersten Tönen zu verspüren. Die Ouvertüre zur Operette „Eine Nacht in Venedig“ von Johann Strauß zählt zu einem seiner bekanntesten Werke und wurde entsprechend fulminant in Szene gesetzt. Bei „Die Tauben von San Marco“, einer französischen Polka, blieben die Musiker in Venedig, ehe sie mit zwei Stücken aus der Donizetti-Oper „Don Pasquale“ einen Abstecher nach Rom machten.

Hervorragende Solisten

Das war auch zugleich der Einstand der beiden Gesangssolisten. Sopranistin Amelia Scicolone, die seit 2017 Mitglied des Nationaltheater-Ensembles ist, präsentierte sich bestens mit ihrer klaren Stimme, die auch schon im Festspielhaus in Baden-Baden zu hören war. Hinzu gesellte sich der Tenor Christopher Diffey, der die wohl weiteste Anreise hatte – der junge Sänger stammt aus Australien. Nicht nur bei Franz Léhars „Gern hab ich die Frau’n geküsst“ wusste er zu überzeugen.

Ein Pizzicato von Josef Rixner erfreute die Zuhörer ganz besonders. Ernesto Becuccis Komposition „Tesoro Mio“ war in der ganzen Welt erfolgreich. Dieses Stück entließ die Besucher dann in die Pause. Der zweite Teil des Konzerts folgte in locker gehaltener Führung. Der „Florentiner Marsch“ von Julius Fucik bot dazu den geeigneten Anlass. Jaques Offenbachs „Barcarole“ aus Hoffmans Erzählungen brachte dann eher ruhige Töne. „Frühling in San Remo“ aus Maske in Blau und der bekannte Walzer „Wo die Zitronen blü’hn“ von Johann Strauß bildeten den harmonischen Abschluss eines rundum gelungenen Konzertnachmittags. has