Feudenheim

Feudenheim Verein für Ortsgeschichte erinnert mit zwei Ausstellungen an Carolus Vocke / Als Künstler ein Multitalent

Bildhauer, Grafiker und Karikaturist

Der Verein für Ortsgeschichte Feudenheim plant eine zweigeteilte Ausstellung zu Carolus Vocke (23. Juni 1899 bis 6. Januar 1979). Vocke, nach dem in Feudenheim ein Ring benannt ist, war ein deutscher Kunstmaler, Bildhauer, Grafiker, Karikaturist und Restaurator. Die letzte Ausstellung seiner Werke in Mannheim fand 1989 anlässlich seines 90. Geburtstags statt. Im September will der Verein für Ortsgeschichte anlässlich seines 120. Geburtstages und 40. Todestages Leben und Werk Vockes in Erinnerung bringen.

Asam-Gemälde nachempfunden

„Carolus Vocke war künstlerisch vielseitiger, als manch einer denkt“, sagt Alois Putzer, Vorsitzender des Vereins für Ortsgeschichte. Bekannt ist der Künstler vor allem für seine Nachempfindung der Deckengemälde im Mannheimer Schloss und in der Schlosskirche. Auf Betreiben des Oberregierungsbaudirektors Karl Kölmel und des Regierungsbaudirektors Ernst Throm erhielt Vocke den Auftrag, die einst von Cosmas Damian Asam geschaffenen Deckengemälde des Mannheimer Schlosses und der Schlosskirche, welche im Krieg nahezu vollständig zerstört worden waren, wiederherzustellen.

Als einzige überlieferte Vorlagen dienten ihm einige wenige Schwarz-Weiß-Fotografien. Die über Fachkreise hinaus hoch gelobte Ausführung dieser komplizierten wie langwierigen Arbeiten verschaffte ihm nicht nur überregionale Bekanntheit, sondern in der Folge auch weitere Aufträge ähnlicher Art, unter anderem die Ausmalung der Decke des Auditoriums im Rokokotheater des Schwetzinger Schlosses. Carolus Vocke war ein Meister des großen Formats. Er gestaltete zahlreiche öffentliche Gebäude und restaurierte historische Fresken, Decken- und Wandgemälde, wobei er stets den Stil der jeweiligen Epoche aufgriff.

In seinen Ölgemälden, Porträts und Blumenstillleben blieb Vocke der figürlichen Darstellung mit impressionistisch irisierendem Pinselduktus treu. Allseits geschätzt wird auch die locker-duftige Atmosphäre seiner zahlreichen Landschaftsaquarelle. Als Karikaturist persiflierte er mit viel Humor in ungezählten Blättern das Klein- und Großbürgertum. Diese Karikaturen betrachtete er selbst als einen wesentlichen Bestandteil seines Schaffens. Carolus Vocke ruht in einem Ehrengrab auf dem Feudenheimer Friedhof. Er war Träger des Bundesverdienstkreuzes und der Schillerplakette der Stadt Mannheim.

Die Ausstellung im Vereinshaus, Eintrachtstraße 26, wird in zwei Teile gegliedert: Vom 9. September bis Monatsende werden Karikaturen gezeigt, dazu eine Dokumentation von Vockes Arbeiten am Mannheimer Schloss. Im Frühjahr 2019 folgen dann Vockes Ölgemälde, Porträts, Landschaftsbilder und Blumenstillleben. dir/red