Feudenheim

Feudenheim Landschaftsbilder von Hedda Schermer im Kulturtreff

Der sanfte Zauber der Provence

„Douce France“ sang einst der große Chansonnier Charles Trenet und schuf damit eine Liebeserklärung an seine Heimat Frankreich. Auch die Mannheimer Künstlerin Hedda Schermer hat sich in dieses Land verliebt, bereist seit über 30 Jahren die südlichen Regionen und hält ihre Eindrücke auf der Leinwand fest. „Douce France“ überschreibt sie nun eine Ausstellung von Landschaftsmalereien, die derzeit im Feudenheimer Kulturtreff zu sehen sind.

20 mal Provence

Wärme umfängt den Betrachter, der hier in die Galerie in der Hauptstraße 52a (Rathausanbau) eintritt. Es ist die entgegenströmende Farbigkeit der Bilder, die dieses Gefühl auslösen und Zeugnis abgeben von einer sonnenverwöhnten Landschaft, die nicht besser im Bild ihren Ausdruck hätte finden können. Über 20 mal Provence, entstanden in verschiedenen Jahren, an verschiedenen Orten, zu vorwiegend sommerlichen Zeiten – das sind Bilder, die keineswegs eintönig sind. Es ist eine Einladung, den Wegen fernab von Industrie und städtischem Trubel zu folgen und die Stille der Natur mit all ihren Sinneseindrücken zu genießen. La douce France – das süße, sanfte Frankreich – hier offenbart es sich: in der Ebene von Roussillon, den Olivenbäumen in Tuillieres, dem Blick auf Mormoiron oder auf den „Schicksalsberg“ der Franzosen, den 1900 Meter hohen Mont Ventoux. Landschaftsmalerei – ist sie heute noch gefragt?

Im frühen Mittelalter hat sie es schwer gehabt, sich durchzusetzen gegenüber Porträt- und Genremalerei, erinnerte der Heidelberger Kunstwissenschaftler Stefan Ackermann. In seiner Eröffnungsrede zur Vernissage skizzierte er die Bedeutung dieser Kunstgattung, die sich erst im 16. Jahrhundert mit Albrecht Dürer und holländischen Vertretern durchsetzen konnte. Ähnlich wie Vincent van Gogh, Paul Cézanne und die folgenden Impressionisten hat Hedda Schermer ihre Begeisterung an der Naturmalerei neben Akt- und Stillebenmalerei gepflegt. Als Mitglied der freien Künstlergruppe „Die Zeichner“ setzt sie sich seit 1979 mit der Kunst auseinander und nimmt an zahlreichen Akademien und Studienreisen teil. Gruppen- und Einzelausstellungen haben sie inzwischen weithin bekannt gemacht. Hier im Kulturtreff beweist sie einmal aufs neue ihre meisterhafte Malweise, ihre stimmungsvolle Farbigkeit, ihren harmonischen Bildaufbau. Ihre Landschaftsbilder strahlen Ruhe aus; kein Mensch, kein Tier stört die Harmonie. Wege, gesäumt von Zypressen oder Olivenbäumen, laden ein zu entdecken, was sich am Ende verbirgt: einsame Häuser, scheinbar verlassene Gehöfte, der Eintritt in einen Vorhof, in dem ein Gartentisch und eine verschlossene blaue Tür darauf warten, wieder belebt zu werden. cha