Feudenheim

Feudenheim Verein für Ortsgeschichte stellt neue Ausstellung vor / Protokollbücher, Dokumente und viele Fotos zu sehen

Der Stadtteil in alten Schriften

Archivartikel

Eine kleine, aber feine Ausstellung hat der Verein Ortsgeschichte Feudenheim da zusammengetragen und in seinem renovierten Vereinshaus in der Eintrachtstraße ausgestellt. Da geht es vor allem um Schriften und Bücher, in denen der Ortsteil beschrieben ist. Schon seit langer Zeit gab und gibt es Forscher und Autoren, die sich mit der Geschichte von Feudenheim beschäftigen.

Einer der ersten war Wilhelm Schaaff. Am 1. August 1958 erschien seine Broschüre „Heimatgeschichte Feudenheims“. Sehr großen Anteil hat auch Günter Löhr, der die Geschichte Feudenheims ab 766, der ersten Erwähnung im Lorscher Codex, aufgearbeitet hat. In unregelmäßigen Abständen erschienen der „Feudenheimer Ortsanzeiger“ , die „Feudenheimer Zeitung“ und die „Mannheimer Ostzeitung“. Bis heute gibt es noch den „Feudenheimer Anzeiger“ und Publikationen mit Feudenheimer Anteil.

Sehr früh hatten auch Vereine in ihren Festschriften und Publikationen über die Ortsgeschichte geschrieben. So zum Beispiel der älteste bürgerliche Verein, der noch bestehende Gesangverein Teutonia 1862. Deren Vereinszeitschrift „Das klingende Jahr“ wird seit 1957 ununterbrochen aufgelegt und beinhaltet neben Vereinsnachrichten auch Berichte über das Ortsgeschehen. Neben dieser Publikation sind noch Protokollbücher und sonstige Dokumente von Vereinen zu sehen.

200 historische Postkarten

Auch aus Arbeitsblättern von Schülern kann so manch Interessantes herausgelesen werden. Da wird zum Beispiel vom 6. Oktober 1942 berichtet: „Heute morgen gingen wir fort Flugblätter sammeln. Wir liefen bis an die Kaserne. Dort machten wir halt und unser Lehrer verteilte uns in zwei Abteilungen. Wir gingen dann über die Felder und suchten nach Flugblätter. Aber unserer Abteilung fand keins. Die andere Abteilung fand ein Flugblatt. Wie liefen dann bis zur Waldstädterstraße. Dort sammelten wir uns und marschierten wieder in die Schule.“ Rund 200 historische Postkartenansichten wurden in über 40 Jahren zusammengetragen und bringen so manch Verborgenes ans Tageslicht.

Zuvor hatte Peter Gauch vom Ortsverein die Besucher durch das Vereinshaus geführt. Er berichtete, wie sie viele Teile, die dort ausgestellt sind, gefunden und in mühevoller Kleinstarbeit restauriert haben. So ist aus einem kleinen, um 1820 erbauten, Bauernhaus ein wahres Kleinod entstanden, das am 16. September 2017 eingeweiht wurde.

Das Haus entsprach der damaligen typischen Einteilung eines Bauernhauses. Der kleine Stall befand sich im Erdgeschoss. Aus einer Karte kann entnommen werden, dass die Straße, in der das Haus steht, vor der „Einverleibung Feudenheims in die Stadtgemeinde Mannheim“ im Jahre 1910 „Innere Weinbergstraße“ hieß. Die Ausstellung ist geöffnet am 12. Mai, 14. Juli und 11. August von 14.30 bis 17.30 Uhr. has