Feudenheim

Ost/Feudenheim Kulturkirche zeigt Bilder aus Kunstbibeln

Die Schrift als geistiger Raum

Echte Schätze zeigt die Kulturkirche Epiphanias zur Zeit in Glasvitrinen: Darin sind 20 Kunstbibeln aus dem 20. Jahrhundert aufgeschlagen, jede für sich schon ein Kunstwerk. Aber in ihrer Gesamtheit und Verschiedenheit wirken die aufgeschlagenen Bilder noch intensiver. Unter den Werken ist auch eine Kunstbibel von Evita Gründler, der ersten Frau, die eine Bibel bebildert hat.

Viele unterschiedliche Künstler

Ausgestellt sind Bibeln mit Illustrationen von Walter Habdank, Evita Gründler, Marc Chagall, Sieger Köder, Andreas Felger, Rosina Wachtmeister, Salvador Dali, Friedensreich Hundertwasser, Arnulf Rainer, Emil Schumacher, Jörg Immendorf, HAP Grieshaber, Günter Skrodzki, Gigi Banini, Ernst Fuchs, Michael Blum, Polycarp Uehlein, Michael Fedorov, Sigmunda May und Max Beckmann. Erinnern sollen die Arbeiten an die Geschichte von Moses, wie Pfarrerin Dorothee Löhr berichtet. Als Mose in der Wüste nicht mehr konnte, habe er einen Rat angenommen und die Last der Verantwortung auf Viele verteilt. Sein Schwiegervater hatte nämlich bemerkt, dass Mose sich zu müde mache und nicht alles allein richten könne. Werde die Last verteilt, so sei nicht mehr nur einer verantwortlich, dass alle den richtigen Weg nehmen.

Dazu zeigt zum Beispiel Evita Gründler eine Bibel mit 84 quadratischen Bildern. So passen Bilder und Text als eine Einheit zusammen. Bei Marc Chagall wird Moses vor dem brennenden Dornbusch gleich zwei Mal – einmal als Hirte und einmal als mythische Gestalt – dargestellt.Bei Friedensreich Hundertwasser werden zwei Bibel- Umschläge gezeigt, „weil der Künstler die Bibel als geistigen Raum betrachtete, in den Licht einfällt“, so Löhr.

Emil Schumacher hat sich Noah als Motiv gewählt und dessen Dankbarkeit, dass er die Sintflut überstanden hatte. Und schließlich sind da die Steinzeichnungen von Max Beckmann, die der Künstler im Jahre 1942/43 fertig stellte. Das Werk stellt vielleicht die wohl bildmächtigste Deutung des Luther-Textes von der Geheimen Offenbarung dar.

Die Bibeln stammen aus der Sammlung von Herbert Kempf. Ergänzt sind sie durch zwei Vasen aus der Sammlung Rosendahl zu der Bibelillustration von Hemut Andreas – HAP – Grieshaber. Am Ende der Führung durch die Pfarrerin wurden die Besucher durch eine Orgelsonate von Felix Mendelssohn und das Lied „Der Mond ist aufgegangen“ unterhalten.