Feudenheim

Feudenheim Zwei Tage lang ist der ganze Stadtteil im Ausnahmezustand / Rund 40 000 Besucher sorgen für großen Ansturm auf der Feiermeile

Eine Kerwe mit allem Drum und Dran

Archivartikel

Noch bevor die traditionelle Feudenheimer Kerwe eröffnet ist, strömen die Besucher bereits durch die für den Verkehr gesperrte Hauptstraße. Überall gab es etwas zu sehen, anzufassen oder zu testen. Ganz Mutige schauten vom Trampolin aus auf das Geschehen unter ihnen herab. „Das war ganz toll“, meinte eine Siebenjährige, nachdem sie wieder festen Boden unter den Füßen hatte. Endlich war der Festzug, angeführt vom Spielmannszug, dem Kindergarten Aubuckel und den Landfrauen, deutlich zu hören. Als die Kerwebürgermeisterin Irmi Benz mit Gefolge an der Bühne angekommen war, konnte es die Vorsitzende des Kerwevereins, Kerstin Bäumer, kaum erwarten, den Startschuss zu geben.

Doch da war noch etwas, was zuvor erledigt werden musste. Bäumer begrüßte erst einmal den großen Tross an Stadt- und Bezirksbeiräten, der sich an der Bühne eingefunden hatte, „und das obwohl keine Wahlen anstehen“, so Bäumer. Die 23. Feudenheimer Kerwe konnte beginnen, allerdings nicht bevor die Kinder „Chu, Chu, Chu, das ist der Kinderboogie“ zum Besten gegeben hatten.Einfach nur goldig anzusehen, wie unbekümmert die Kleinen auf der Bühne zusammen sangen.

Allein die Vorbereitungen hatten fast ein halbes Jahr gedauert, um den Besuchern eine abwechslungsreiche Kerwe zu bieten. Die Mühen hatten sich gelohnt: Überall herrschte viel Betrieb. „Wir freuen uns, wenn sie sich in unserem schönen Feudenheim wohlfühlen“, unterstrich die Kerwe-Vorsitzende. Es ist schon außergewöhnlich, dass an diesen zwei Tagen doch rund 40 000 Besucher durch die Hauptstraße bummeln“, stellte SPD-Stadtrat Thorsten Riehle fest, der für die Stadt das Fest eröffnete. „Die Größe des Festes ist schon ein Grund, stolz zu sein“, so Riehle. Beifall erhielt die Vorsitzende des Kerwevereins übrigens dafür, dass sie sich einen Button mit der Aufschrift „Rettet den Prinz Max“ anheftete und zum anderen ankündigte, dass es nach vielen Jahren endlich gelungen sei, einen dritten Toilettenwagen aufzustellen.

Bürgerdienstleiterin Martina Matuschewski hängte ihre Amtskette der Kerwebürgermeisterin Irmi Benz um und konnte so die Amtsgeschäfte zumindest für zwei Tage ruhen lassen. Benz betonte, dass es das größte Stadtteilfest in der Qaudratestadt sei. Sie gab Riehle mit auf den Weg, er solle sich dafür einsetzen, dass die Stadt wenigstens die Müllgebühren für dieses Fest senke. „Man darf das Ehrenamt auch nicht überstrapazieren“, stellte Benz fest. Es bestehe jetzt die Gelegenheit, das Kleinod Prinz Max zu erhalten. Der Saal werde gebraucht. Es müsse nun rasch etwas geschehen, kritisierte die Kerwebürgermeisterin.

Mit Hilfe von CDU-Stadtrat Alexander Fleck schlug Riehle das erste Fass an. Auf der Bühne zeigte die Wichtelgarde der Karnevalsgesellschaft Lallehaag dann einen lustigen Froschtanz. Auf der zweiten Bühne spielten die Dr. Wisebrod Swingbobbers und auf der dritten Bühne nahe der VR-Bank übernahmen Who2Ladies das musikalische Kommando.

Dazwischen gab es Gelegenheit zum Essen und Trinken sowie einen Flohmarkt, der gut bestückt war. „Wir wohnen hier in Feudenheim. Da ist es einfach Pflicht, auf die Kerwe zu gehen“, erzählen fünf Väter um Thoma Külzer. Sie waren gerade aus Ilvesheim gekommen. Monique Hahn aus Käfertal ließ sich eine Bratwurst und ein Glas Chardonnay schmecken: „Ich bin jedes Jahr hier. Das Fest gefällt mir sehr gut. Und man trifft immer wieder Bekannte, mit denen man ein paar Worte wechseln kann“, sagte die Seniorin und ließ es sich gut gehen.

Info: Bilderstrecke unter morgenweb.de/stadtteile