Feudenheim

Feudenheim Geschichtsverein und Fliedner-Heim kooperieren

Eine lehrreiche Galerie der Erinnerung

Archivartikel

Im Theodor-Fliedner-Haus in Feudenheim sind auf zwei Stockwerken die Flure verschönert worden, und zwar mit Erinnerungsstücken aus längst vergangenen Zeiten. In Vitrinen sind Kaffeemaschinen zu sehen, die aus der Sammlung von Peter Gauch stammen, an Stellwänden gibt es alte Postkarten aus den Stadtteilen, mit Abbildungen von Straßen und Gebäuden, bei denen man schön darüber nachgrübeln kann, aus welcher Perspektive es fotografiert wurde und ob es heute noch genauso aussieht. Wer Ausrichter der Ausstellung ist, dürfte kein großes Rätsel darstellen, es ist der Verein für Ortsgeschichte Feudenheim. beide, Verein wie Theodor-Fliedner-Heim, kooperieren künftig.

Idee kommt spontan

„Bei der Kaffeemaschinen-Ausstellung im Vereinshaus kam die Idee zur Kooperation, Herr Putzer hat mich angesprochen. Die Idee ist phänomenal“, sagte Hausleiter Thomas Seifert. „Ich versuche, das Haus zu öffnen für die Bevölkerung. Außerdem ist die Idee, auf alte Dinge, die die Leute aus ihrer Jugend kennen, entgegenkommend für die Senioren.“

Bei einzelnen Mietern aus den betreuten Wohnanlagen wurde sogar soviel Interesse geweckt, dass sie das Vereinshaus mit seiner bäuerlichen Wohnung und den Ausstellungsräumen in der Eintrachtstraße besuchten. Das genau möchte man erreichen, kein abgeschottetes Haus für Senioren, sondern eines, das an den Ort angebunden ist. Auch die Kommunikation ist laut Seifert wichtig, die Leute sollen die Dinge nicht nur anschauen, sondern darüber auch Gespräche untereinander führen. Außerdem bekommen die Senioren Besuch von ihren Kindern und Enkeln, sprich, von der jüngeren Generation, die diese Dinge nicht oder weniger kennt, dabei können sie ihnen die Ausstellung zeigen.

Jung und Alt verbinden

„Wir möchten die jüngeren und die älteren verbinden. Wenn die älteren Leute die Dinge sehen, beginnen sie zu erzählen, selbst wenn sie von Demenz betroffen sind“, fügte Alois Putzer hinzu, erster Vorsitzender des Vereins für Ortsgeschichte. Die Ausstellung kann jederzeit auch von Außenstehenden besucht werden, Gruppen sollten sich im Fliedner-Haus an der Rezeption anmelden. Die Themen der Ausstellungen sollen hin und wieder wechseln, wie in einem Museum. Ein weiteres Projekt ist bereits unter Dach und Fach, der historische Brunnen, der im Garten des Bonhoeffer-Hauses steht, wird demnächst auf das Gelände des Theodor-Fliedner-Hauses versetzt, das Fundament ist bereits errichtet. Und ein Brunnen war in früheren Zeiten nicht einfach nur zum Wasserholen da, weiß Putzer: „Brunnen standen früher an Grundstückgrenzen, man traf sich dort, wenn man Wasser holte. Deshalb sind Brunnen auch Orte der Kommunikation.“