Feudenheim

Feudenheim Bewegende Andacht zum Volkstrauertag

Erinnerung, Mahnung und Versöhnung

Archivartikel

Im Volksmund heißen sie ja Kriegerdenkmal, die Gedenkstätten auf dem Friedhof in Feudenheim. Die ursprüngliche Intention stellt sich heute aufgrund der weltweiten Entwicklungen anders dar als in der Entstehungszeit. Bei der Gedenkstunde vom Volksbund Deutscher Krieggräberfürsorge (VDK) gedachten die Teilnehmer nicht mehr nur der Opfer der von Deutschland zu verantwortenden Kriege.

Warnung vor Kriegsfolgen

In der Trauerhalle konnte VDK-Vorsitzender Alexander Fleck neben den Stadträten Markus Sprengler (Grüne) und Birgit Reinemund (FDP) auch Bezirksbeiräte und Vertreter von Vereinen begrüßen. Kein Monat bringe den Menschen das Verlorene so nahe wie der November – der Monat der Toten, ihrer Angehörigen und Freunde, erklärte Fleck. „77 Millionen Menschen starben in den beiden Weltkriegen“, so Fleck. Doch es gehe bei dieser Feier nicht nur um ein stilles Gedenken an die Opfer der Kriege, sondern auch darum, die Menschen vor den Folgen zukünftiger Kriege zu warnen.

Diakon Peter Weilbach von der katholischen Pfarrei St. Peter und Paul: „Heute gedenken wir auch derer, die verfolgt und getötet wurden, weil sie einem anderem Volk oder Rasse angehörten, der Menschen, die wegen Krankheit und Behinderung getötet wurden oder weil sie Widerstand geleistet haben, aber auch der Opfer von Bürgerkriegen unserer Tage, der Bundeswehsoldaten, die im Auslandeinsatz gefallen sind, sowie der Menschen, die durch Gewalt Opfer geworden sind.“ Angeführt von den Fahnenträgern der Freiwilligen Feuerwehr Feudenheim, des Gesangvereins Teutonia 1862 und der Karneval Gesellschaft Lallehaag ging es anschließend zu den Gedenkstätten auf dem Friedhof, wo die Stadt, die Bürgergemeinschaft und der VDK Kränze niederlegten. Als Vertreter der Stadt gedachte Stadtrat Markus Sprengler aller Opfer der beiden Weltkriege, von Völkermord, Verfolgung, Terroranschlägen, Vertreibung und Unterdrückung sowie der aktuellen Opfer von rechter Gewalt.

„Uns verbindet ein gemeinsames, versöhnliches und mahnendes Erinnern“, betonte er. In diesem Jahr stehe der Zweite Weltkrieg, der vor genau 80 Jahren begann, im Vordergrund des Erinnerns: Am Ende des Krieges habe auch Mannheim über 2000 Ziviltote, über 12000 gefallene Soldaten, mehr als 2200 ermordete Juden und über 420 Opfer der Euthanasie zu betrauern gehabt. Erinnert werde aber nicht nur an die zahlreichen Opfer beider Weltkriege, sondern nach der Erfahrung der Nazi-Diktatur und des Zweiten Weltkriegs nehme auch die Mahnung der Gegenwart vor Krieg und Diktatur eine zentrale Stellung ein. „Der Gedanke der Versöhnung steht stets im Vordergrund“, betonte Sprengler.

Musikalisch umrahmt

In der Trauerhalle setzte Judith Weiß mit ihrer Querflöte musikalische Akzente, und zahlreiche Feudenheimer hörten auch dem Jugendchor TeuTones vom GV Teutonia 1862 unter Leitung von Ferdinand Dehner zu, der außerdem mit seinem Gesang die Feiern an den zwei Gedenkstätten umrahmte. Der Trompeter Stefan Raßbach begleitete den Umzug musikalisch. Gabriele Fleck und Miriam Frank erinnerten literarisch an die Opfer von Gewalt und Krieg.