Feudenheim

Feudenheim Badisch-Pfäzischer Modellflugsportverein lud zum Saalflugtag

Fliegen mit den Fingerspitzen

Über den Wolken ist die Freiheit angeblich grenzenlos, beim Saalflugtag des „Badisch-Pfälzische Modellflugsportverein Mannheim“ sorgte die Sporthalle der Brüder-Grimm-Schule doch für einige Einschränkungen. Gerade darin liegt die besondere Herausforderung des Hallenflugsportes.

Aus ganz Deutschland waren die Tüftler zum Fachsimpeln und Vorführen ihrer spektakulären Modelle angereist. 41 Piloten demonstrierten Indoorflug in Vollendung. Die Zuschauer bestaunten historische Nachbildungen wie eine „Me 163 Komet“ ebenso wie federleichte Mikro-Flugzeuge und ließen sich von exakt ausgeführten Achten, aufsehenerregenden Sturzflügen und Pirouetten in Bann ziehen.

Sechs Monate Arbeit

Das Verkehrsflugzeug der thailändischen Linie NOK Air ging in Feudenheim das erste Mal an den Start. Sechs Monate lang hat sein Konstrukteur Daniel Höhr mehrere Stunden täglich daran gearbeitet. Die Mühe hat sich gelohnt, das Modell ist nicht nur ein genaues Abbild des Originals, sondern auch technisch ausgereift. Sogar ein funktionierendes Einziehfahrwerk besitzt die Maschine, die bei einer Spannweite von 2,20 Meter gerade mal 550 Gramm wiegt. Da ist man auch als Pilot gefordert, hoch konzentriert ließ Höhr die Maschine langsam kreisen. „Wenn es windstill ist, traue ich mich auch ins Freie“, verriet er.

„Die Fernsteuertechnik entwickelt sich enorm weiter“, bestätigte Vereinsvorsitzender Dietrich Lausberg. Fliegen in der Halle setze eine gewisse Erfahrung, hohe Konzentration und ein schnelles Reaktionsvermögen voraus, erklärte er.

„Hightech wie in der Formel 1“ scherzte Dietmar Metz. Er hat die Kontroller von „Emma“ und „Molly“ programmiert. Für die handwerkliche Ausfertigung der beiden Lokomotiven aus Michael Endes Buch „Jim Knopf“ war Christof Tittel zuständig. „Im Team macht es einfach mehr Spaß“, bestätigen beide. Ungläubiges Staunen machte sich in der Halle breit, als die beiden Loks graziös durch die Luft tanzten.

Uwe Steller ist dagegen der Spezialist für die Ultraleichtmodelle. Nicht mal ein Gramm wiegt seine Micro-Mücke. Steller ist Stammgast beim Saalflugtag, auch ein neues Modell hat er mitgebracht: „Die Entwicklung ist aber noch nicht abgeschlossen, ich muss noch einiges optimieren,“ meinte er. Nach einer auf die Musik abgestimmten Choreographie drehten sich zwei Gleitschirme umeinander und wagten den ein oder anderen Looping. Der Fantasie sind offenbar ebenso wenig Grenzen gesetzt wie dem technischen Verständnis der Bastler. Experimentalflieger Stephan Brehm hat seinen „WebAir“-Grill mit liebvollen Details ausgestattet. Fast konnte man den Duft der Bratwurst riechen, während der Grill seine Runden zog und kleine Rauchwölkchen emporstiegen.

Kaum war die Grillparty vorbei, ertönten weihnachtliche Klänge. Vier Rentiere zogen einen festlich geschmückten Schlitten hoch über den Köpfen der Zuschauer. Auch das Ballonstechen forderte tollkühne Flugmanöver. War der frontale Angriff oder doch eher das langsame Anschleichen die bessere Taktik, um möglichst viele Ballons zum Platzen zu bringen? Prädikat: sehenswert as