Feudenheim

Ost/Feudenheim Angebote in acht Restaurants sollen kleiner Ersatz für den Ausfall des großen Straßenfests sein / Feuerwerk am Samstag

Gastronomen organisieren Mini-Kerwe

Er wolle „in schlechten Zeiten etwas Positives machen“, so Harald Sonntag. Der Küchenchef vom Feudenheimer „Ochsen“ initiiert daher von Freitag bis Sonntag, 16. bis 18. Oktober, das „Feudenheimer Gastrofest“ als Alternative zur Feudenheimer Kerwe, die wegen der Corona-Pandemie ausfallen muss.

„Es war seine Idee, er hat das alles angeleiert“, freut sich „Ochsen“-Inhaberin Miriam Hirth. „Ich wollte einfach nicht, dass an dem Wochenende so gar nichts passiert“, so Harald Sonntag. Zunächst dachte er aber nur daran, die unmittelbaren Nachbarn einzubeziehen – etwa das Eiscafé Venezia, die Pizzeria „Mamma Lucia“ und Dilan Kebab. „Aber dann kamen die vom ASV und sagten sofort: Juhu, wir machen mit“, erzählt er. „Wir fanden das eine gute Sache, weil jeder das für sich gestalten kann, und sind gern dabei“, sagt auch Annika Mäckelburg von der Bier- und Weinstube „Wartburg“.

Sie wird ein paar beheizte Zelte im Hof aufstellen, sonntags das traditionelle Kerweessen mit Schälrippchen und Püree auftischen. Alle acht beteiligten Gastronomen machen jeweils freitags bis sonntags spezielle Angebote – teilweise sogar mit Livemusik. So spielt beim „Thassos“ am Samstag das Duo „Odysseus“, bei „Mamma Lucia“ wird Sänger Naro mit seiner Pizza-Show auftreten. Das Café „Wilhelms“ ist an allen drei Tagen mit Kerwefrühstück sowie frischen Waffeln dabei, der „Ochsen“ mit Spezialitäten mit typischem Rauchgeschmack, „Allgäuer Bübele“ Bierspezialitäten“ sowie am Sonntag mit einer Schlachtplatte.

Cocktails und Bier vom Fass

Das „Venezia“ macht samstags einen Cocktailabend und sonntags italienisches Gebäck, Dilan Kebab einen eigenen „Kerwe-Döner-Teller“. Bei „Da Sandro“ beim ASV wird Paulaner Oktoberbier vom Fass gezapft und sonntags Rindfleisch mit Meerrettich gekocht.

Schließlich soll es am Samstagabend ab 21 Uhr ein Feuerwerk geben, abgebrannt vom Schulhof aus und sichtbar auf der Hauptstraße. Das finanziert der Kerweverein mit Hilfe einiger Sponsoren. „Eine Kerwe im bisherigen Stil ist natürlich nicht möglich, das tut uns leid“, bedauert Kerstin Bäumer, Vorsitzende vom Feudenheimer Kerweverein. Schließlich waren zu der Großveranstaltung mit drei Bühnen entlang der Hauptstraße, zahlreichen Flohmarkt- und Vereinsständen meist 30 000 bis 40 000 Menschen geströmt. „Aber wir fanden es schön, dass die Gastronomen wenigstens etwas machen, und wollen das gerne unterstützen und helfen, ein bisschen Leben nach Feudenheim zu bringen“, begründet Bäumer das Engagement mit dem Feuerwerk.

„Froh, dass etwas in Feudenheim läuft“ ist auch Doris Kirsch, die Vorsitzende vom Gewerbeverein. „Eine große Veranstaltung wäre zu problematisch“, so Kirsch. Wenn aber jeder Gastronomiebetrieb die für ihn geltenden Abstands- und Hygieneregeln einhalte, könne das Kerwe-Wochenende wenigstens etwas gefeiert werden. Der Gewerbeverein plane aber auch noch eigene Aktionen, um den Handel zu beleben.