Feudenheim

Feudenheim Gemütliches Sommerfest mit Musik beim Geflügelzuchtverein

Grillen bei den Goggelrobbern

Archivartikel

Schon von Weitem war die Musik der „Goldstadtstürmer“ aus Pforzheim zu hören. Das Ziel war also nicht mehr weit und nicht zu verfehlen. Die Feudenheimer Goggelrobber hatten zum Sommerfest gerufen, und viele Besucher kamen unter die schattenspendenden Schirme auf der gemütlich wirkenden Anlage des Geflügelzüchtervereins Feudenheim 1902, um sich einen schönen Nachmittag zu gönnen.

Am Stand des – wie könnte es anders sein – „Mannemer Hähnchengrills“ herrschte Hochbetrieb. Die Hähnchen und Haxen fanden reißenden Absatz. Weil sie dem einen oder anderen sehr gut geschmeckt hatten, nahmen manche noch eine Portion mit nach Hause, um den Abend gemütlich ausklingen zu lassen. Standbetreiber Helmer Przybylla erklärte, dass er die Hühner über einen Schlachthof aus der Nähe von Stuttgart bezieht. „Die kommen schon fertig gewürzt zu mir. Dann brauche ich sie nur noch auf den Grill zu stecken und zu warten, bis sie fertig sind“, sagte Przybylla und lachte.

Organisation in Eigenregie

„Seit vier Jahren betreiben wir das Sommerfest wieder in eigener Regie“, berichteten Vorstand Wolfgang Wellenreuther und sein Stellvertreter Peter Endres. Zuvor hätten das die Pächter des verpachteten Lokals veranstaltet. „Aber wir haben gesehen, dass wir das auch selbst veranstalten können“, sagten die Vorstände, die sich ansonsten um Italiener, Bielefelder Kennhuhn, Wyandotten und Lachshühner kümmern. Auf der Anlage mit 30 Parzellen gebe es 20 verschiedene Hühner- und Taubenrassen, berichteten die beiden Vorstände. Darunter würden sich auch Arten befinden, die auf der Roten Liste stehen.

Einmal im Jahr besuchen die Vereinsmitglieder Kindergärten: „Da zeigen wir unsere Küken. Die Kinder dürfen die auch einmal in die Hand nehmen und streicheln“, so Wellenreuther, der schon 40 Jahre den Geflügelzüchtern vorsteht. Ein solches Erlebnis bleibe den rund 125 Kindern, die sie jedes Jahr besuchen, lange erhalten, weil diese sonst kaum noch einen Bezug zur Natur entwickeln können, weiß Endres.

„In Baden-Württemberg sind wir mit 140 Mitgliedern sicher einer der größten Geflügelzüchtervereine.“ Das bedeute, dass sie mit ihren Geflügelrassen zu Zuchtschauen fahren bis in die Freiburger Messehallen zur Landesgeflügelschau. „Da unterstützten wir unsere Vereinsmitglieder, wo wir nur können“, sagte der Vorsitzende. „Im Übrigen machen wir nur das, was unsere Vorfahren auch schon getan haben. Früher gab es in Feudenheim in jedem Hof Hühner. Wir erhalten diese Arten“, ist Wellenreuther überzeugt.

Heute sei es allerdings schwer, junge Vereinsmitglieder für dieses Hobby zu gewinnen. Man muss sich im Prinzip jeden Tag um sein Geflügel kümmern“, so Endres. Im Urlaub gebe es zwar Nachbarschaftshilfen, aber das müsse alles organisiert werden. Wie auf Befehl, wollte ein Spatz am Nachbartisch gerade ein Stück vom guten Hähnchen „stibitzen“. Aber das misslang und so musste der kleine Vogel unverrichteter Dinge wieder verschwinden. has