Feudenheim

Feudenheim Kulturtreff „Altes Rathaus“ feiert sein Jubiläum mit einer Rückschau auf 25 Jahre Stadtteilkultur

„Haben Pionierarbeit geleistet“

Archivartikel

Seit einem Vierteljahrhundert sorgt der Kulturtreff „Altes Rathaus“ nun schon für die kulturelle Unterhaltung der Feudenheimer. Das Jubiläum feierte der Kulturverein mit einer kleinen Ausstellung, konzipiert von Christina Altmann und May-Britt Hiemenz vom Programmausschuss. Gründungsprotokolle, Fotos und Zeitungsartikel erinnerten an die vielen erfolgreichen Veranstaltungem, mit denen das Team um die Vorsitzende Christine Schaefer das Leben im Stadtteil bereicherte – mit Lesungen, Ausstellungen, Kleinkunst, Länderabenden und Musik.

In ihrer Festansprache blickte die Erste Vorsitzende auf die vergangenen 25 Jahre zurück. Die Idee, einen Kulturtreff zu gründen, sei auf Frank-Ulrich Vogely zurückzuführen. Der Germanist und Musiker habe damals Leute in seine ausgebaute Scheune gegenüber dem Alten Rathaus zu kulturellen Begegnungen eingeladen. Als die ehemaligen Räume der Polizei im Anbau des Feudenheimer Rathauses 1992 frei wurden, ergriffen engagierte und kulturinteressierte Feudenheimer Bürger die Chance. Die Stadt habe ihnen die Räume mietfrei überlassen, unter der Bedingung, dass sie einen gemeinnützigen Verein gründeten, so Schaefer.

Abwechslungsreiches Programm

Sie berichtete: Im Frühjahr 1993 wurde der Verein Kulturtreff „Altes Rathaus“ ins Vereinsregister eingetragen. Erste Vorsitzende war Annemarie Andritschky. Heute bietet der Kulturtreff unter dem Vorsitz von Christine Schaefer ein abwechslungsreiches Programm. Die Ausstellung zeigt einen Ausschnitt aus den Höhepunkten der vergangenen 25 Jahre. „Wir haben Pionierarbeit in Stadtteilkultur geleistet“, erklärte die Vorsitzende stolz.

Über 250 Veranstaltungen gingen im kleinen, aber feinen Domizil seit den Anfängen des Kulturtreffs über die Bühne: Ausstellungen, Lesungen und Interviews mit lokalen Größen, wie dem Intendanten des Nationaltheater, Arnold Petersen. In ihrer Zaungäste-Reihe wurden Mitbürger befragt – gleichsam als Gespräch über den Gartenzaun. Ältere Mitbürger schilderten ihre Kriegserinnerungen. Länderabende fanden statt mit einem landestypischen Dreigänge-Menü, Bildern und Musik als Gesamtkunstwerk.

Hinzu kamen Stadtteilführungen, Sommerfeste und Weihnachtsmärkte. Ein Höhepunkt für Schaefer war der Besuch des damaligen Umweltbundesministers Jürgen Trittin anlässlich der Ausstellung „Dosenglück“ von Franz Bellmann. Schaefer dankte der Stadt für die mietfreie Überlassung der Räume sowie dem Bezirksbeirat, der die Anliegen des Kulturtreffs stets unterstütze. „Ansonsten sind wir ohne Sponsoren ausgekommen, allein durch Verkauf von Bildern und die Beiträge der circa 60 Mitglieder – alles geschieht ehrenamtlich“, betonte Schaefer.

Dafür gab es Lob von Stadträtin Claudia Schöning-Kalender: „Der Kulturtreff ist eine tolle Sache. 25 Jahre ehrenamtliches Engagement auf hohem Niveau – das ist schon was Besonderes, ein Kleinod, das leider manchmal noch im Verborgenen blüht“. Doch das soll sich ändern, nicht zuletzt wegen der wachsenden Konkurrenz, durch mehr Werbung auch über den Stadtteil hinaus, versprach Schaefer.