Feudenheim

Feudenheim Tanja Trede, Ursula Trede-Boettcher und Barbara Emilia Schedel konzertieren zum 200. Geburtstag von Clara Schumann

Hommage an große Künstlerin

Im Publikum herrschte Stille, als die drei klassischen Musikerinnen ausgewählte Stücke wie „Drei Romanzen op. 22“ von Clara Schumann geistvoll zum Leben erweckten. Während der Lebens- und Schaffenszeit der Schumann, die am 13. September 1819 in Leipzig zur Welt gekommen war, mussten sich musisch begabte Damen noch energisch gegen die künstlerische Vorherrschaft der Männer behaupten, um sich Gehör zu verschaffen. „Mittlerweile nehmen die Wiener Philharmoniker, diese ehemalige Männerbastion, auch Frauen auf. Wie anders war das im 19. Jahrhundert“, erklärte Moderatorin Tanja Trede.

In der evangelischen Kulturkirche Epiphanias im Stadtteil Feudenheim gaben Pianistin Ursula Trede-Boettcher, Violinistin Tanja Trede und Mezzosopranistin Barbara Emilia Schedel ein Jubiläumskonzert zum 200. Geburtstag der berühmten Pianistin Clara Schumann.

Mitglied in Den Haager Orchester

Zwischen den Stücken führte Moderatorin Tanja Trede, die in der holländischen Stadt Leiden lebt und Mitglied des Residentie Orchestra in Den Haag ist, in den Lebenslauf von Clara Schumann ein. Nach den drei Romanzen stellte sich Opernsängerin Barbara Emilia Schedel neben den schwarzen Steinway-Flügel und intonierte drei Lieder nach Texten von Dichter Friedrich Rückert mit den Titeln „Liebst du um Schönheit“, „Warum willst du andre fragen“ und „Er ist gekommen in Sturm und Regen“.

In dem letztgenannten Lied tauchen Zeilen auf wie: „Er ist gekommen in Sturm und Regen, ihm schlug beklommen mein Herz entgegen, er hat genommen mein Herz verwegen.“ Mit sachten Handbewegungen brachte Pianistin Trede-Boettcher den edlen Steinway-Flügel zum Klingen.

Vor fünf Monaten, am 11. Mai, mussten Mutter Ursula Trede-Boettcher und Tochter Tanja Trede den Tod von Ehemann und Vater Professor Dr. Michael Trede hinnehmen, der im hohen Alter von 90 Jahren verstorben ist und früher Direktor der Chirurgie am Mannheimer Klinikum war. „Mein Vater war sehr bekannt in Mannheim“, versicherte Geigerin Tanja Trede nach dem Konzert.

Während des Auftritts gab das Trio noch eine Arpeggione-Sonate in drei Sätzen von Franz Schubert zum Besten. Ab 1840 war Clara Schumann, deren Konterfei bis zur Einführung der Euro-Währung im Januar 2002 den blauen 100-Mark-Schein zierte, mit dem Komponisten Robert Schumann verheiratet. Acht Kinder brachte die Schumann zur Welt, wovon eines auf tragische Weise verstarb. Da Gatte Robert Schumann an einer sich verschlimmernden Geisteskrankheit litt, habe sich das Familienleben der Schumanns, wie Moderatorin Tanja Trede aufklärte, dysfunktional entwickelt.

Finger geben den Ausschlag

„Clara und Robert hatten Franz Schubert sehr verehrt“, schilderte Profimusikerin Tanja Trede, die sich einst in Bezug auf ihre Karriere als Künstlerin wegen ihrer langen Arme und Finger für das spezielle Streichinstrument Viola entschieden hat. „Als Franz Schubert starb, war Clara neun Jahre alt. Sie hatte Franz Schubert nicht persönlich gekannt“, erläuterte die 47-Jährige. Über das Leben der großen Pianistin erschien 2008 der Spielfilm „Geliebte Clara“, mit den Schauspielern Martina Gedeck und Pascal Greggory in den Hauptrollen. Darüber hinaus spielte das Dreigespann Trede-Boettcher, Schedel und Trede weitere Stücke wie ein Scherzo aus der FAE-Sonate von Brahms, drei Fantasiestücke op. 73 von Robert Schumann und zwei Gesänge für eine Stimme mit Viola und Klavier op. 91 von Brahms.