Feudenheim

Feudenheim Wegbegleiter würdigen den Menschen Vocke

Humorvoll und gesellig

Gregor Svoboda, der Sohn von Professor Karl J. Svoboda, der die Schlossrestaurierung in einem seiner Bücher dokumentierte, war extra aus Heilbronn angereist, um während der Ausstellung über den guten Freund seiner Familie zu berichten. Zusammen mit weiteren anwesenden Weggefährten erzählte er von dem Menschen, der hinter dem bescheiden wirkenden Künstler steckte.

Für Gregor Svoboda war Carolus Vocke der wertschätzende Onkel, der seine Briefe an den damaligen Buben mit Maler Klecksel (nach Wilhelm Busch) unterschrieb, für Bine Stoll der Freund des Großvaters, der die kleine Enkelin in seinen Bildern als Putten verewigte. Helen und Gerhard Linnebach erlebten ihn als den lebensfrohen Gesellschafter, der heitere Feste in seiner Feudenheimer Scheune (Eberbacher Straße) veranstaltete, und Wolfgang Krumbach, der Sohn von Mathilde Krumbach, die dem Künstler jahrelang bis zu seinem Tod eine Gefährtin war, bedauerte die Vernachlässigung des Ehrengrabes von Vocke an der Ostmauer des Feudenheimer Friedhofes. Carolus Vocke war ein begnadeter Kunstmaler, Karikaturist und Restaurator, ein geselliger Mensch voller Geist und Humor, der weitaus mehr Beachtung in seiner Heimat und in Fachkreisen verdient hätte. Er erhielt zwar das Bundesverdienstkreuz, von Mannheim die Schillerplakette und von der Schlosshochschule die Ehrenmedaille, doch die Kunsthalle hat ihn mit keinem einzigen Bild gewürdigt.

Diese Ausstellung des Vereins für Ortsgeschichte, die im nächsten Frühjahr mit Vockes Öl- und Aquarellbildern fortgesetzt wird, ist ein wertvoller Beitrag dazu, dass die Erinnerung an den Künstler und die Vielfalt seines Schaffens wachgehalten wird. cha