Feudenheim

Feudenheim Ärger um Einbahnstraßenregelung am Neckarplatt / Stadt bietet Gespräch an

Hundesportler beklagen den Wegfall von Parkplätzen

Archivartikel

Die Regie hätte kein besseres Drehbuch schreiben können: Genau in dem Moment, als sich Anette Kowa über die Neuregelung der Zufahrt zum Verein für Deutsche Schäferhunde auf dem Neckarplatt äußern wollte, fuhr ein Auto entgegen der neuen Einbahnstraße. Eine Mutter wollte ihr Kind zum Training bei der DJK bringen und wollte partout nicht begreifen, dass sie einen ganz kleinen Umweg hätte fahren müssen. Dass dies auch noch mit einem Bußgeld von 25 Euro hätte enden können, war ihr nicht bewusst.

Auf Anfrage dieser Zeitung wird seitens der Stadt folgende Auskunft erteilt: Die verkehrsrechtliche Anordnung zur Einrichtung eines Einbahnstraßenverkehrs im Bereich der Straßen „In der Anlage“ und „Neckarplatt“ ist am 10. Oktober 2017 seitens der Verkehrsbehörde erteilt worden. Die bis dato entsprechend gestellte mobile Beschilderung wurde im Juni 2018 durch eine feste Verkehrszeichenbeschilderung ersetzt. Die Anordnung soll verhindern, dass die Fahrbahnbankette erneut absinken – der Fahrbahnquerschnitt ist für einen Zweirichtungsverkehr in diesem Bereich nicht ausreichend. Bei bisherigen Fahrzeugbegegnungen mussten die Fahrzeuge regelmäßig auf die Bankette ausweichen, was zu wiederkehrenden Schäden und somit auch zu massiven Problemen bei der Entwässerung der hiesigen Fahrbahnen führte.

Entwässerung über Bankette

„Bei einer fehlenden oder nicht funktionierenden Entwässerung der Fahrbahnen kann nicht zu jedem Zeitpunkt die Verkehrssicherheit gewährleistet werden – für alle Verkehrsteilnehmer“, so die Auskunft. Die Entwässerung des gesamten Straßenraums im Bereich des Neckarplatts werde ausschließlich über die Fahrbahnbankette abgewickelt. Aus diesem Grund sei eine Beschädigung beziehungsweise eine Verdichtung dieser Bereiche zwingend zu verhindern. Die Stadt weist außerdem darauf hin, dass die Bankette bereits mehrfach durch den Fachbereich Tiefbau intensiv ausgebessert werden mussten.

Doch die Installation der festen Verkehrszeichen stößt verschiedenen ortsansässigen Vereinen sauer auf. Aus ihrer Sicht ist die festgelegte Richtungsführung ungünstig. Deshalb haben sie sich an die Stadtverwaltung gewendet. Es soll einen gemeinsamen Vororttermin geben, um eine optimale Richtungsführung für alle Betroffenen herbeizuführen. Von Seiten der Verwaltung werden neben der Verkehrsbehörde die Verkehrsplanung des Fachbereichs Stadtplanung sowie der Fachbereich Tiefbau teilnehmen.

Bei einem Termin zusammen mit Stadtrat Wolfgang Taubert (ML) kritisiert der Verein für Deutsche Schäferhunde: „Mit uns hat bisher niemand gesprochen“, so die Vorsitzende Anette Kowa. „Die Verkehrsführung ist so für uns nicht nachvollziehbar. Uns gehen Parkplätze verloren“. Kowa befürchtet, dass durch die Einbahnstraßenregelung mehr Autofahrer rasen würden, „weil sie jetzt wissen, dass ihnen niemand mehr entgegen kommt.“ Außerdem gebe es gefährliche Einmündungen. „Da müssen Spiegel aufgestellt werden, damit die Autofahrer nicht zu weit in die Straße hineinfahren und so gefährliche Situationen provozieren“, fordert Kowa.

Antrag der Grünen

Schon im Jahr 2014 hatte die Grünen-Fraktion im Stadtrat gefordert, das wilde Parken am Neckarplatt einzudämmen. Beim werktäglichen Trainingsbetrieb sei zu beobachten, dass die beidseitigen Grünstreifen vor dem Vereinsheim des Mannheimer Hockey-Clubs komplett zugeparkt seien. Für Fahrradfahrer entstünde so eine unübersichtliche Situation, argumentierten die Grünen. „Es ist eher Glück, dass hier noch niemand zu Schaden kam“, hieß es schon damals. Dies hat sich nach Meinung von Anette Kowa bis heute nicht geändert. Aber so wie es jetzt geschehen sei, könne es auch nicht bleiben. Einem kleinen Verein wie ihrem sei durch das Vorgehen der Stadt mehr Schaden als Freude bereitet worden. Dem müsse Abhilfe geschaffen werden.