Feudenheim

Feudenheim Pausenhof der Brüder-Grimm-Schule ist mit Asphaltstrecke um eine Attraktion reicher

Im Parcours geht Sicherheit vor

Archivartikel

Die Schüler der Gebrüder-Grimm-Grundschule in Feudenheim konnten es kaum erwarten, ihre Runden auf dem neuen Fahrradparcours zu drehen. Der ist in den zurückliegenden auf dem Gelände des ehemaligen Container-Horts entstanden (wir berichteten). Die Idee zum Parcours mit seinen Bodenwellen und Steilkurven war 2016 bei der Aktion „Monnem Bike“ entstanden. „Der Vorschlag hatte um die 11 000 Online-Votes bekommen und den ersten Platz belegt. Trotzdem gab es am Anfang so viele Hürden, dass ich mir die konkrete Umsetzung nicht vorstellen konnte“, berichtete Rektor Ulrich Lutz.

Sein Frau Karin habe ihn schließlich motiviert, das Projekt weiter zu verfolgen. Sie war auch 2016 beim Entwerfen des Projekts beteiligt gewesen. Schon die Baugenehmigung bereitete Probleme. Schließlich wählte die damalige Elternbeiratsvorsitzende Claudia Erb den direkten Weg und ging schnurstracks zum Oberbürgermeister. „Es hat funktioniert. Peter Kurz hat sich für das Projekt eingesetzt“, so Lutz. Der Parcours, der sich nun neben dem Märchenspielplatz befindet und das Spielangebot auf dem Schulhof um einiges aufwertet, kostete stolze 50 000 Euro und wurde größtenteils durch Spenden finanziert.

„Doch auch unsere Kids haben gebastelt und verkauft, was das Zeug hält, um Geld rein zu holen“, so Lutz. Der Parcours ist nicht nur eine nette Freizeitbeschäftigung, er hat auch einen therapeutischen Auftrag: Geschicklichkeit und Feinmotorik fördern. Doch bevor es für die Kinder losging, die schon auf ihren Fahrrädern saßen und auf ihren Einsatz warteten, wurden mit dem Rektor die drei goldenen Regeln durchgegangen, die dann beachtet werden müssen, wenn die Schüler ohne Lehrer den Parcours benutzen, denn dieser ist jederzeit zugänglich. „Niemals ohne Helm, nie allein und nicht über die blaue Linie fahren!“ Diese zeigt in der Steilkurve an, wie hoch man fahren kann, ohne von der Bahn zu fliegen.

Zur Eröffnung hatte sich Schulleiter Lutz etwas Besonderes einfallen lassen: ganz nach Formel-Eins-Art lenkte er zum Start ein ferngesteuertes „Safety-Car“ durch die Bahn – ein Fahrradhelm auf Rollen, der an einen Kartoffelkäfer erinnerte. Schließlich konnte die Sause beginnen, und die Kinder fuhren zu Chuck Berrys „Johnny B. Goode“ und der Titelmusik zu Raumpatrouille Orion durch den Parcours, mal mit dem Rad, mal mit dem Alu-Roller.

„Ich werde den Parcours öfter nutzen – mit beidem. Dass der Rektor das Thema Sicherheit noch mal erwähnt, finde ich gut“, sagte Lisa-Fee-Werner, Schülerin der dritten Klasse. „Der Parcours ist eine schöne Geschicklichkeitsübung und sorgt für Bewegung. Und wenn einem etwas besonders gut gelingt auch für Selbstbewusstsein“, fügte ihr Vater Christian Werner hinzu. Die Strecke sei stupides Geradeaus, sondern sehr abwechslungsreich.