Feudenheim

Feudenheim Vorführung des Nachwuchses beim Tag der offenen Tür der Freiwilligen Feuerwehr

Jugend löscht Containerbrand

Archivartikel

Die Flamme ist erst ganz klein. Aber sie lodert immer höher, wird einen Meter hoch und mehr, erfasst dann den ganzen Inhalt des Müllcontainers, über dem eine dichte, schwarze Qualmwolke steht – bis die Jugendfeuerwehr ihn löscht. Deren Vorführungen sind Höhepunkte des Tags der offenen Tür der Freiwilligen Feuerwehr Feudenheim gewesen.

„Da hat jemand Reste vom Grillen ’reingekippt“, erläutert Thorsten Becker von der Freiwilligen Feuerwehr, der den Tag der offenen Tür moderiert, das Szenario. Tatsächlich ist es Jugendfeuerwehrwart Alexander Brosch, der den Inhalt des Containers für die Übung in Brand setzt, während sich immer mehr Zuschauer hinter der Absperrung sammeln.

Und was tun, wenn man ein Feuer bemerkt? Das fragt Becker in die Runde, erläutert kindgerecht die Bedeutung der Notrufnummer „112“ und erklärt auch, dass man keine Scheu haben muss, sie zu wählen. „Am anderen Ende sitzt jemand, der hilft und auch genau fragt, was er wissen muss, um schnell helfen zu können“, betont er.

Derweil züngeln die Flammen weiter vor sich hin, qualmt es kräftig und knistert es in dem Container. Aber noch wird nicht gelöscht – denn auch in Wirklichkeit dauert es ja ein paar Minuten, bis die Feuerwehr eintrifft. „In Mannheim kommt zunächst die Berufsfeuerwehr“, erläutert Becker. „Aber wenn wir zusätzlich alarmiert werden, müssen wir ja erst vom Frühstück, aus der Badewanne oder von der Arbeit kommen, uns im Gerätehaus umziehen und können dann losfahren“, erklärt Becker den Alltag der Freiwilligen Feuerwehr.

Sinnvolles Hobby

40 Aktive hat die Feudenheimer Mannschaft unter Leitung von Kommandant Marco Lorig und seinem Stellvertreter Michael Epp. Dazu kommen 21 Mitglieder der Jugendfeuerwehr, darunter sieben Mädchen. „Ein sehr sinnvolles Hobby, für die Eltern völlig kostenfrei, und man lernt Ordnungssinn, Teamarbeit, Verantwortungsgefühl, Miteinander“, hebt Becker hervor. Tatsächlich zu Einsätzen gerufen werden die Jugendlichen nicht – aber jetzt zeigen sie doch gerne, was sie können. Gruppenführer Nando Baudrexel lässt Schläuche ausrollen, an den Verteiler anschließen. Erst mit einem, dann einem zweiten Hohlstrahlrohr ersticken die Jugendlichen schnell das Feuer in dem Müllcontainer.

Wer von den jungen Zuschauern jetzt Lust bekommen hat, selbst Feuerwehrmann zu spielen – kein Problem. Sie können in den Plastik-Unimogs der Kinderfeuerwehr herumkurven, in die ausgestellten großen Löschfahrzeuge klettern oder in einen alten Sprungretter hineinschlüpfen. Die Feuerwehrleute haben das große Luftkissen innen völlig mit Disconebel verqualmt. „Da sieht man, was man sieht, wenn man in eine brennende, verrauchte Wohnung kommt – erst einmal nichts“, so Thorsten Becker. Daher stößt mancher prompt an den Tisch, der mittendrin aufgestellt ist.

Drehleiter startklar

Gleich daneben lässt sich ein absolutes Unikat bestaunen: Der Kranwagen, der bei der Mannheimer Berufsfeuerwehr 1965 bis 1980 im Einsatz war. Mitglieder vom Kurpfälzer Verein für Feuerwehrgeschichte, in dem sich viele Feudenheimer und Käfertaler Feuerwehrleute engagieren, haben ihn restauriert (wir berichteten) und stellen ihn an diesem Tag erstmals der Öffentlichkeit vor.

Die davor postierte Drehleiter der Abteilung Innenstadt der Freiwilligen Feuerwehr wird zwischenzeitlich mal eingefahren und startklar gemacht – denn die Berufsfeuerwehr hat Alarm ausgelöst, dass sie Unterstützung braucht. Aber dann erweist sich ihr Einsatz doch nicht als so groß und langwierig wie zunächst befürchtet. Daher bleibt die Drehleiter in Feudenheim stehen, als weithin sichtbares Zeichen für den Tag der offenen Tür.

Mit der Besucherresonanz sind die Feuerwehrleute, so Becker, „sehr zufrieden“ – und dankbar, dass ihnen die Landfrauen zusätzlichen Kuchen gespendet haben, um trotz großem Andrang alle Wünsche erfüllen zu können.