Feudenheim

Feudenheim Neujahrskonzert des Bunds der Selbstständigen in der Kulturhalle

Kaffeehaus-Klassiker und Operetten

Auch dieses Jahr startete wieder beschwingt in der Kulturhalle mit dem Neujahrskonzert des BDS Feudenheim, das vor 13 Jahren von Helmut Linde ins Leben gerufen wurde. Dieser wiederum feiert demnächst seinen 90. Geburtstag und war beim Konzert persönlich anwesend. „Auch der Gewerbeverein hat ein Jubiläumsjahr, er wird 50 Jahre alt“, verkündete die Vorsitzende Doris Kirsch bei der Begrüßung. Das Johann-Strauß-Orchester Kurpfalz, das aus Musikern renommierter Ensembles aus der Region besteht, spielte Kaffeehaus-Klassiker und Melodien aus Operetten.

Alle Plätze besetzt

Die Kulturhalle war bis auf den letzten Platz besetzt, das Motto des Konzerts lautete: Berlin ist eine Reise wert. Man mag sich fragen, wie Johann Strauß und seine Walzer nach Berlin passen, doch diese Verbindung wurde hergestellt von Frank Ringleb, Moderator, Orchestergründer, Kontrabassist und Berliner. Auf muntere Weise erzählte er von einem „Volk im fernen Osten: Wenn in der Kurpfalz schon der Frühling kommt und die ersten Blumen blühen, dann müssen die Berliner noch Schnee schippen. Außerdem haben Mannheim, Worms und Bad Dürkheim einen Flugplatz, Berlin nicht.“

Mit Dirigent Wolfram Koloseus, der aus Wien stammt, lieferte sich Ringleb hin und wieder eine kleine Kabbelei, welche Stadt denn nun besser zum Programm passt. Und siehe da, der Kaiserwalzer, bei dem jeder erstmal an Wien, Franz und Sisi denkt, wurde von Strauss für die Eröffnung eines Berliner Konzertsaals komponiert, als Ausdruck der Verbundenheit zwischen den Preußen und Österreichern.

Wirklich populär wurde der Kaiserwalzer natürlich dann in Wien. Doch Berlin war schon immer weltoffen und hatte außerdem Kaffeehäuser, wo die verschiedensten Künstler auftraten, so fiel es dem Moderator leicht, eine Verbindung zu Berlin herzustellen.

Zwei brillante Solisten hatten ihren Auftritt bei der Gala. Die Sopranistin Amelia Scicolone, die in Feudenheim wohnt, glänzte unter anderem mit „Ach wir armen Primadonnen“ von Carl Millöcker, Bassbariton Marcel Brunner mit „Ach ich hab’ sie ja nur auf die Schulter geküsst“, ebenfalls von Millöcker. Beide Solisten haben ein Engagement am Nationaltheater. Besonders amüsant waren die Duette der beiden, wie das bekannte „Es grünt so grün“ aus „My Fair Lady“ von Frederick Loewe oder das „Fliegenduett“ aus „Orpheus in der Unterwelt“ von Jacques Offenbach.

Königlich wurde es mit „Pomp and Circumstances“ von Edward Elgar, und gegen Ende der Gala erhob sich das Publikum sogar für die Stadtprinzessin Maren-Michelle I., sie gab sich die Ehre und begrüßte das Publikum. Den Abschluss bildete dann ein großes, buntes Berliner Melodienpotpourri von Walter Kollo. kge