Feudenheim

Feudenheim Hubertusmesse von Studierenden der Musikhochschule in der Kulturkirche Epiphanias

Kirchenmusik auf Hörnern

Ganz im Zeichen des Heiligen Hubertus und von Hörnern stand die Hubertusmesse mit Kammermusik für große Hornensemble, Jagdhörner und Orgel, das die Studierenden der Klasse Samuel Seidenberg und einige Gäste in der Kulturkirche Epiphanias vortrugen. Pfarrerin Dorothee Löhr stimmte auf den Abend mit christlichen Gedanken ein. Wer zum Beispiel keinen Bezug zu Hubertus habe, der könne gerne auch an St. Martin denken, der ja auch gerade gefeiert werde. Vielleicht finde jeder etwas, an das er sich erinnere und das ihn berühre.

Prélude aus Bizets „Carmen“

Den Einstieg in das Konzert bildeten Prélude und Habanera aus der Oper „Carmen“ von Georges Bizet. Es hörte sich schon gelungen an, als die zehn Hornisten gemeinsam die von Matthias Pflaum – er spielt das Instrument selbst – geschaffene Version vortrugen. Die Musiker In Zeng, Manug Altmacayan, YuHan Ho, Dongkyun Kim, Alejandro Aragon, ChiaHsin Chen, Johannes Busemann, PeiYun Su, Sanghyun Jo, Milan Berkholz, Nozomi Imai, Yue Guan, Yanjun Zhuo, Stefan Berrang und Samuel Seidenberg zeigten bei diesem locker gehaltenen Beginn schon ihr hervorragendes Können.

Nach der Begrüßung durch Pfarrerin Löhr folgte ein zweiter Ausschnitt aus „Carmen“. Aus dem zweiten von vier Akten der im Jahre 1875 Premiere feiernden Oper stammte das Prelude. Couplets, Air und das Finale folgten. Der Oper, die bei der Premiere auf Ablehnung stieß, war ein großer Aufschwung beschieden. Diesen Erfolg konnte der Komponist nicht mehr miterleben, da er am 3. Juni 1875 im Alter von 36 Jahren verstarb.

Seidenberg spielt als Solist auf seinem Horn die Elegia für Naturhorn von Hermann Baumann. In dieser Zeit wechselten die übrigen Hornisten den Platz sowie ihre Instrumente und versammelten sich in der fast voll besetzten Kirche um die von Katharina Linn meisterhaft gespielte Orgel. Der Höhepunkt, die „Grande Messe de St. Hubert“ von Gustave Rochard, erklang dann mit Orgel-Begleitung. Das von herkömmlichen Jagdhornensembles eher selten gespielte Werk kam bei der Akustik der Epiphaniaskirche so richtig zur Geltung. Besonders das Kyrie ragte bei dem Vortrag heraus.

Die dabei verwendete französische „Trompe de Chasse“ als Naturhorn in der Grundstimmung „D“ mit einer Gesamtrohrlänge von 4,54 Meter und einem Tonumfang von etwa drei Oktaven (beginnend beim klingenden D) klang allerdings für so manche Ohren im Kirchenraum doch recht fremd. Unser Musikempfinden ist eher auf einer temperierten (gleichschwebenden) Stimmung aufgebaut. So entsteht ein Gefühl, diese Naturtöne entsprächen nicht den uns geläufigen Frequenzen.

Ungewohnte Tonfolgen

Aber diese eher ungewohnten Tonfolgen gehörten zu dieser Hubertusmesse einfach dazu und waren von den Musikern so gewollt. Bernhard Krols Laudatio für Horn solo und Rossinis Ouvertüre zum „Barbier von Sevilla“ für acht Hornstimmen in der Fassung von John Humphries beendeten ein beeindruckendes Konzert.

Ehe im angrenzenden Gemeindesaal – dem Anlass entsprechend – eine Wildgulaschsuppe gereicht wurde, gaben die Musiker, die mit großem Beifall bedacht wurden, eine vom Publikum eingeforderte Zugabe. Pfarrerin Löhr bedankte sich schließlich bei ihnen: „Sie haben uns so viele schöne Klänge in unserer Herzen gebracht, dass es eine Freude war, Ihnen zuzuhören.“