Feudenheim

Feudenheim Zauber einer Mainacht mit hervorragenden Solisten in Epiphanias

Klänge voller Schönheit

Archivartikel

Sie zählt zu den ausdruckstärksten und überzeugendsten Stimmen, die je in der Kulturkirche Epiphanias zu hören waren. Großes Volumen, gefälliges Timbre, strahlender Ausdruck sind nur einige der Attribute, mit denen die in Feudenheim lebende Mezzosopranistin Barbara Emilia Schedel beim Liederabend unter dem Titel „Mainacht“ in der Kulturkirche Epiphanias glänzen konnte.

Als Glücksfall darf zudem gelten, dass sich ein weiterer Solist harmonisch der Sängerin zugesellte und sich mit ihr im Facettenreichtum und mit der Sensibilität eines bewährten virtuosen Begleiters zu optimalem Musizieren verband: Sowohl der Mezzosopranistin wie auch dem Pianist Jan Roelof Wolthuis gelang es, die Zuhörer tief hinein in ihren klingenden Zaubergarten zu entführen.

Stimme erfüllt den ganzen Raum

Es ist so still, dass man eine Stecknadel fallen hören könnte. Durch’s Fenster strömen die letzten warmen Sonnenstrahlen auf den Boden der Kulturkirche, wo bis in die hinterste Reihe Plätze besetzt sind. Bunte Blumen, Kerzen und Tücher schmücken den Altar und verbreiten eine heimelige Atmosphäre. Als Barbara Emilia Schedel das Lied „Frühlingsglauben“ von Franz Schubert zu singen beginnt, füllt ihre helle, klare, kraftvolle Stimme den ganzen Raum und zaubert ein Leuchten auf die Gesichter ihres Publikums. Und es scheint, als hätten viele Zuhörer voller Sehnsucht auf diesen Liederabend gewartet, zu dem sie gemeinsam mit Pianist Westhuis und der Kulturkirche eingeladen hatte.

Mit der „Mainacht“ von Johannes Brahms oder von Fanny Mendelssohn-Hensel – bei beiden Liedern stammt der Text von Ludwig Hölty, ein melancholisches Liebesgedicht über Einsamkeit, Sehnsucht und den brennenden Wunsch nach Liebe – durchdrang die Mezzosopranistin mit ihrer ausdrucksstarken Stimme und beeindruckenden Bühnenpräsenz den Raum.

Die Sängerin führte durch die von Maurice Ravel vertonten „cinq melodies populaires grecques“: Und die in bestem Französisch gesungenen Lieder gaben ihr reichlich Gelegenheit, verströmenden Wohlklang in den Raum der Kulturkirche Epiphanias zu zaubern.

Besonders beeindruckend waren auch die vielen Facetten in den charmant amüsanten Liedern von Claude Debussy, Hugo Wolf bis hin zum „Danse macabre“ von Camille Saint-Saëns. Von Angst und Zweifeln bis hin zum Liebesbekenntnis war es eine wunderbare Reise durch alle „Aufs und Abs“ der Liebe. „Andres Maienlied“ von Felix Mendelssohn Bartoldy – ging mit der Stimme von Barbara Emilia Schedel gänzlich unter die Haut und sorgte für begeisterten Applaus vom Publikum. ost