Feudenheim

Feudenheim Jahreskonzert der Mandolinata spannt musikalischen Bogen bis in die Türkei

Klangvolle Reise in den Orient

Draußen sorgt eisiger Wind für eine kühle Atmosphäre, doch in der Feudenheimer Kulturhalle geht es zeitweise umso heißer her. Schließlich hat die Mandolinata Mannheim 1920 zur musikalischen Reise eingeladen. Das Herbstkonzert führt die rund 300 Besucher vom Okzident zum Orient. Los geht es in Bulgarien. Mit dem Stück „Mljako“ von Christopher Grafschmidt, das übersetzt „Milch“ heißt, startet die instrumentale Tour mit viel Furore.

„Wolgaklänge“ von Theodor Ritter entführt das Publikum in die kälteren Gefilde, bevor die Musiker schließlich in Italien ankommen. Komponist Vittorio Monti hat einen Czardas geschrieben, bei dem die Besucher, die Sonne Italiens auf der Haut zu spüren scheinen. Mal klingen die Melodien temperamentvoll und dramatisch, dann wieder lieblich und heiter. Immer wieder weckt das Zupfinstrument Erinnerungen an sonnige Tage auf Sizilien oder neapolitanische Sommernächte. Solist Christian Randl brilliert mit seinem Part. Und im Saal wird es gleich einige Grad wärmer.

Von Italien aus geht es zu den Hellenen, nämlich an den äußersten Zipfel, wie Dirigent Arnold Sestermann erklärt. Er leitet das Orchester seit Sommer 2016. Die Musiker spielen ein Stück des griechischen Komponisten Mikis Theodorakis. Dieser sei vor allem durch seinen Tanz Sirtaki bekannt, betont Sestermann, der das Stück auf seiner Gitarre spielt. Das Lied stamme aus dem Film „Zorbas Dance“. „Heute spielen wir etwas anderes von ihm“, sagt er. Die Melodie von „Il Melograno“ transportiert Stimmungen, die den Zuhörer mal traurig, mal heiter machen und nimmt ihn mit in ein Kafenion in Athen.

Quirliges Treiben auf dem Markt

Schließlich erreicht das Orchester den Orient. Albert W. Ketèlbey hat das Meisterstück „Auf einem persischen Markt“ komponiert. Das bunte Lied bringt die quirlige Atmosphäre des lebhaften Markts in die Kulturhalle. Mal klingt die Melodie leise, dann wieder laut. Das Publikum spendet viel Applaus. Jedes Jahr hat das Herbstkonzert ein anderes Thema. Dirigent Sestermann legt Wert auf Kooperationen bei den Veranstaltungen. Dieses Mal ist das Ensemble der Orientalischen Musikakademie in Mannheim mit im Boot. „Da lag es nahe, ein Motto zu wählen, das damit zu tun hat“, so der musikalische Leiter.

Die Musiker präsentieren türkisch-arabische klassische Musik, Spirituelle Klänge sowie Folklore aus dem Orient. Mit im Gepäck haben sie typisch orientalische Instrumente. Die „Saz“ zum Beispiel, was auf Deutsch einfach nur „Das Instrument“ bedeutet. Die Baglama, wie die türkische Laute heißt, erfreut sich großer Beliebtheit. Auch die Schilfrohrflöte und ein Tamburin dürfen nicht fehlen. So zaubern die Musiker den typischen Klang des Morgenlandes und interpretieren gemeinsam mit der Mandolinata „Nihavent Longa“ und „Turski Mars“ mit viel Ausdruckskraft.

Das Nachwuchsensemble „Pluck for Fun“ brilliert mit „Misirlou“, der Titelmelodie aus dem Film „Pulp Fiction“ ist. Außerdem begeistern sie mit ihren Versionen von „Another Day in Paradise“ von Phil Collins und „Viva la Vida“ von Coldplay. Als Zugabe serviert das Ensemble unter der Leitung von Zacharias Zschenderlein die verträumte Ballade „Let her go“ von Passenger.