Feudenheim

Feudenheim Absolventen der Artistenschule Berlin begeistern mit „Zoophobia“

Künstler verwandeln sich in wilde Tiere

Top-Artisten, perfekte Körperbeherrschung – und das eingebettet in eine fantastische Geschichte: All das reißt das Publikum im voll besetzten Paletti-Zirkuszelt immer wieder zu begeistertem Szenenapplaus hin. Die Absolventenshow der Staatlichen Artistenschule Berlin ist zu Gast. Mit ihrer Show „Zoophobia“ zeigen die zehn jungen Artisten und Artistinnen, was sie in neun Jahren harter Ausbildung in ihren Spezialdisziplinen gelernt haben. Das Ergebnis ist hoch professionell.

Wenn Leonie Körner zu einer furiosen Geigensinfonie am Cyr Wheel in schwindelerregenden Drehungen scheinbar die Schwerkraft außer Kraft setzt, Paulin Raats an den zwei Seilen der Cloudswing wie an einem Stufenbarren durch die Lüfte schwebt und Niklas Bothe das Vertikalseil emporklettert, als trete er einfach auf Treppenstufen, dann kann man nur erahnen, welcher Trainingsfleiß hinter den dargebotenen Kunststücken steckt. Die Artisten beherrschen ihre Disziplinen in Perfektion, bringen das Zusammenspiel von Kraft und Eleganz mit spielender Leichtigkeit auf den Punkt und bieten dem Publikum spannende Unterhaltung mit großer Ausdruckskraft.

Gute Ausbildung als Grundlage

Viele kommen vom Kunstturnen, haben eine Ballettausbildung, Leonie war früher sogar Eiskunstläuferin. Lisa Georgius, die an der Tuchschlaufe begeistert, wusste schon als Kind, dass sie Artistin werden will. Andrea Matousek – sie zeigt ihr Können am Tanztrapez – wurde beim European Youth Circus-Festival in Wiesbaden ausgezeichnet und hat schon Auftritte in England und Frankreich absolviert. Allen ist die Begeisterung für die Zirkusmanege anzumerken. Es ist kein leichter Weg. Die jungen Körper sind zwar auf Höchstleistung getrimmt, aber auch zerbrechlich. So kann Luna Schamal wegen einer Verletzung ihre Artistik nicht zeigen.

Dass sie trotzdem mitmacht, ist dem Showkonzept von Philipp Boë zu verdanken, der die einzelnen Nummern in einen dichten Erzählstrang einwebt. Nach und nach verwandeln sich immer mehr Artisten in Tiere. Mit tollen Masken werden so die Ensembleauftritte immer bunter, schaffen lustige Momente und mitreißende Tanzchoreographien. Nach dem fulminanten Auftritt von Sophia Drgala am Mast gerät der aufwendige Abbau des runden Bühnenpodests zur bis ins Detail einstudierten Ballett-Suite. Nichts bleibt dem Zufall überlassen, die Artisten sind hochkonzentriert, das macht „Zoophobia“ zu einem Gesamtkunstwerk und zeigt eindrucksvoll, auf welch hohem Leistungs- und Unterhaltungsniveau sich moderner Zirkus bewegt.

Zum Schluss will der Applaus kein Ende nehmen. Die Artistikabsolventen lassen sich freudestrahlend feiern, und natürlich hat jeder von ihnen noch ein paar akrobatische Kunststücke auf Lager, die zum Finale bereitwillig gezeigt werden.