Feudenheim

Feudenheim Verein will bei Konzerten, Lesungen oder Ausstellungen Künstlern Plattform bieten

Kulturelle Vielfalt erfüllt das Alte Rathaus

Archivartikel

Kultur im Rathaus – das kann man sich als Bürger doch nur wünschen. Genaugenommen handelt es sich bei dem Veranstaltungsort um ein seit mehr als einem Vierteljahrhundert schon etablierten, kleinen, aber feinen Saal im Alten Feudenheimer Rathaus. Das wird sozusagen „bespielt“ vom Verein Kulturtreff Altes Rathaus, der mit seinen Mitgliedern vor nunmehr 26 Jahren einst angetreten ist, um im Stadtteil lokalen Künstlern eine Plattform zu bieten und Konzerte, Lesungen, Ausstellungen oder Kabarett unter die Leute zu bringen. „Inzwischen reicht das Spektrum der Kulturschaffenden allerdings weit über Feudenheim hinaus“ , sagt Christine Schaefer, die Erste Vorsitzende des Vereins.

60 Mitglieder hat man mittlerweile, und Schaefer gehörte von Anfang an dazu. „Es gab damals eine noch etwas unorganisierte Gruppe, die sich in lockerem Rahmen in der damaligen Kulturscheuer getroffen hat“, erinnert sich die Vorsitzende, daraus sei dann sozusagen die Ur-Zelle des Kulturtreffs Altes Rathaus geworden. Eine erfreuliche Entwicklung hat der Kulturtreff seither genommen, wie man in der Nachschau sieht, sechs, sieben Aktive um Christine Schaefer und ihre Stellvertreterin Monika Hellweg (sie ist seit 16 Jahren dabei) leisten eine Heidenarbeit – alles im Ehrenamt, versteht sich.

Sie organisieren Konzerte und andere Veranstaltungen, halten Kontakt zu Künstlern, schmücken den Saal, schreiben Newsletter und Einladungen, entwerfen Plakate, gestalten die Homepage – und stehen auch selbst in der Küche bei besonderen Events, um kleine Köstlichkeiten für die Gäste zuzubereiten.

Längst hat der Kulturtreff bei seinen jährlich zwölf Veranstaltungen einen festen Publikumsstamm erobert, „glücklicherweise haben wir sehr zuverlässige Ehrenamtliche, auf die wir immer bauen können“, sagt Monika Hellweg. Bekannte Persönlichkeiten hatte der Kulturtreff schon im Alten Rathaus begrüßt, Jürgen Trittin etwa, den ehemaligen Bundesumweltminister, die Schauspielerin Bettina Franke oder die Kabarettistin Josefin Lössl. Die Palette der Veranstaltungen ist breit, sie reicht von Ausstellungen mit Werken von behinderten Menschen über Lesungen mit Flüchtlingen aus Afghanistan bis zu klassischen Konzerten . „Wir wollen immer auch ein Programm mit gesellschaftlicher Relevanz bieten – und wir wollen unabhängig bleiben“, umreißt Christine Schaefer den Anspruch.

Auch wenn’s oft mühevoll sei und man sich stets nach der Decke strecken müsse, um Veranstaltungen zu finanzieren – „Spaß macht es uns noch immer“, sagen beide. Die Gespräche mit Künstlern, das Zusammenstellen der Programme, Konzerte, Ausstellungen oder Lesungen – all das sei jede Mühe wert.