Feudenheim

Feudenheim Reihe „Winterwarm“ mit Musik, Rezitationen und Lichtinstallationen in der Trauerhalle

Kunst an unerwarteter Stelle

Es ist ein Ort, der eine ganz eigene innere Spannung erzeugt – und an dem Kunst präsentiert wird: die Trauerhalle am Friedhof. Zu der Trilogie „Winterwarm“ trugen zwei ehemalige Schauspieler des Nationaltheaters, Elisabeth Auer und Mathias Wendel, ernste, aber auch aufmunternde Rezitationen vor.

Die Kurpfälzer Madrigalisten Josefa Kreimes, Anette Ziegler, Christine Schneider, Ingo Wackenhut und Emmerich Pilz sangen dazu passende Lieder. Gegen die kalte und traurige Stimmung der Winterzeit begleitete und spielte Jelena Sophia Engelhard auf der Harfe. Rahel Mangold, die Gründerin der Feudenheimer Kultur-Events, hatte Fingerspitzengefühl beweisen, um ein Gesamtkunstwerk aus Lichtinstallation, Musik und Texten an einem solch außergewöhnlichen Ort stimmungsvoll in Szene zu setzen.

Beifall und eine Zugabe waren der Lohn für die Künstler. Da waren zum einen die Rezitationen aus Werken von Erich Fried („Nebelabend“), Rainer Maria Rilke („Ich fürchte mich so“) oder aus Robert Musils „Auf den Blättern der Sterne“. Unterbrochen wurden diese Beiträge lediglich von Liedern wie „Abendsegen“ (Engelbert Humperdinck), „Abschied vom Walde“ (Felix Mendelsohn-Bartholdy) oder „Der Mond ist aufgegangen“ (Max Reger). Überzeugend auch die Soloeinlagen von Jelena Sophia Engelhard an der Harfe, die virtuos „Recuerdos de l’Alhambra“ von Francisco Tarrega und „Une Chatelaine en sa Tour“ von Gabriel Fauré intonierte.

Geschichte vom Schloss

Ein klein wenig gruselig wurde es, als Auer und Wendel gemeinsam Franz Hohlers Geschichte von einem Schloss in Schottland vortrug, in dem ein junges Gespenst lebte. Kurt Tucholskys „Abendsegen“ und Hermann Hesse „Stufen“ bildeten dann den ersten Part der Lyrik. Das von den Madrigalisten vorgetragene „Wonderful World“ von Georg David Weisse passte da wunderbar zu dieser Stimmung. In der Zugabe hieß es schließlich: „Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten?“ Die Melodie übernahm Engelhard auf der Harfe. Dazu sang der Chor „Mr. Sandman, bring me a dream“. Mit „Stimmen in der Nacht“ fand die Trilogie „Winterwarm“ dann einen sehr gelungenen Abschluss. has