Feudenheim

Feudenheim Freunde der Neufundländer geben ihren Einstand mit einer Schau beim Hundeverein

Liebenswerte Majestäten

Es waren 30 Neufundländer und ihre Herrchen und Frauchen, die sich zum ersten Mal auf dem Gelände des Vereins der Hundefreunde Feudenheim (VdH) zur Rassehundeschau trafen. Die Besitzer hatten zum Teil weite Wege hinter sich, so kamen einige sogar aus den Niederlanden oder der Schweiz zu einem freundschaftlichen Treffen dieser großen Hunderasse.

Schon seit über 40 Jahren veranstaltet die Landesgruppe Baden-Württemberg des Deutschen Neufundländer-Klubs eine große Ausstellung im Rhein-Neckar-Raum. In diesem Jahr fand die Spezial-Zuchtschau dieser imposanten Hunderasse zum ersten Mal in Feudenheim statt. Der Platz war hervorragend präpariert. Dafür sorgte die ehrenamtlichen Helfer des VdH. „Wir haben das Gelände zur Verfügung gestellt“, erzählte der Vorsitzende Uwe Götzinger. „Bei einem Startgeld von 35 Euro pro Hund, sind wir auf ein kostengünstiges Angebot eines Hundevereins angewiesen“, berichtete der Vorsitzende der Landesgruppe, Peter Schlecht.

Retter aus Seenot

Bei herrlichem Wetter traten die bärenhaft aussehenden Hunde ihren Wettbewerb in verschiedensten Kategorien an. Trotz seiner Größe und Masse gilt er der Neufundländer als behänder, beweglicher und wachsamer Hund, berichtete ein Teilnehmerin. Erwachsene Rüden erreichen im Durchschnitt eine Schulterhöhe von 71 Zentimetern, Hündinnen sind etwa fünf Zentimeter kleiner. Das Gewicht schwankt bei Rüden zwischen 60 und 75 Kilo, weibliche Tiere sind etwas leichter. Die Rasse stammt ursprünglich wohl von der kanadischen Insel Neufundland und entstand aus dort einheimischen Hunden und dem großen schwarzen Bärenhund, den wohl die Wikinger eingeführt hatten. In seinem Ursprungsland war der Neufundländer ein ausgesprochener Gebrauchs- und Arbeitshund.

Durch seine Kraft und Ausdauer und vor allem durch sein dichtes, zweischichtiges Fell war er für die Arbeiten im Wasser bestens geeignet. Auch heute noch werden die Kraftpakete, die in den Farben braun, schwarz und schwarz-weiß gezüchtet werden, regelmäßig dazu eingesetzt. Gruppen in Deutschland, der Schweiz, Frankreich und Italien unterstützen regelmäßig Seenot- und Wasserretter und bringen erschöpfte Schwimmer sicher an Land.

Fair und ausgewogen beurteilt

Die Züchter und Neufundländer-Freunde aus dem In- und Ausland kämpften für ihre ihre Lieblinge um Titel und Pokale. Da gab es eine Babyklasse, in der etwa drei Monate Hunde antraten, eine Jugendklasse für Rüden , ebenso wie eine Veteranenklasse für Rüden und Hündinnen. Rolf Blessing, ein erfahrener VDH-Richter, der seit Jahrzehnten über 100 Rassen beurteilt, hatte seinen ersten Auftritt als Neufundländer-Richter, und alle Teilnehmrer waren sich einig, dass er bei seiner Premiere fair und ausgewogen gewertet hatte.

Als Sieger des Tages und Rassesieger stand zum Schluss die 19-monatige Zwischenklasse-Hündin „Tiffany vom Kloster Buch“ der Besitzer Roswitha und Reiner Kleiss, auf dem Platz. Der 27-monatige Rüde „Darkflight Irving for Riesrand“ von Evi Grosshauser konnte den Titel in der Offenen Klasse für sich verbuchen. Unter der kundigen Leitung von Diana Dragon präsentierte die achtjährige Marie Horus bei ihrem allerersten Auftritt im Ring die Hündin „Contessa Camilla aus dem Bärengarten“, als hätte sie nie etwas anderes gemacht. In der Juniorenklasse I konnte Tim Traxel mit seiner „Flying Dutch Girl of Sunshine Island“ mit der vollen Punktzahl und einer souveränen Leistung überzeugen.

Bis 1600 Euro muss ein Besitzer für einen Neufundländer-Welpen ausgeben, erzählte eine Züchterin: „Wenn man den Aufwand berechnet, den man als Züchter hat, um einen Hund gesund abzugeben, ist das doch kein übertriebener Preis.“