Feudenheim

Feudenheim Colaball mit den Thunderbirds in der Kulturhalle

Musik zum Mitsingen

Archivartikel

Es hieß wieder „Ab in die Kulturhalle, die Thunderbirds spielen“. Die Band gibt es seit 1962, den Colaball seit den 50er Jahren. 2004 wurde er von Bandleader Joachim Schäfer wiederbelebt – und ist seither nicht mehr wegzudenken. Der Abend begann mit Musik jenseits von Beat und Rock’n’Roll: Weihnachtslieder mit der traditionellen Schäfers Singstunde. „Es gibt keine schlechten Weihnachtslieder, es kommt nur darauf an, wie man sie singt“, da ist sich Schäfer sicher.

Texte an die Wand projiziert

Über den Beamer wurden die Texte von Weihnachtsliedern an die Wand projiziert, und der Saal sang komplett die Weihnachtsbäckerei mit. „Wir haben 1962 auf einer Weihnachtsfeier angefangen, doch wir haben keine 56 Jahre durchgespielt. Im nächsten Jahr planen wir ein paar Auftritte mehr“, meinte der Bandleader, als die Thunderbirds die Bühne betraten. Kurz darauf war auch schon die Tanzfläche voll. Zum Aufwärmen gab es das Instrumentalstück „Time Is Tight“ von Booker T. & the M.G.’s, das später auch von den Shadows gecovert wurde, deren Instrumentalstücke wie „Apache“ wiederum gehören zum Lieblings-Repertoire der Thunderbirds. „Die Musik der Shadows höre ich von den Thunderbirds am liebsten“, so Manfred Gember. „Ich spiele selbst in einer Band, Stücke aus den 60er und 70er Jahren. Uns gefällt an der damaligen Musik, dass das Spektrum einfach größer war – Deep Purple, Eric Clapton, das war toll.“

Auch das Spektrum der Thunderbirds ist groß, und ein Zeitsprung vom Rock’n’Roll der 50er wie „Skinny Minnie“ von Bill Haley hin zum Glam Rock der 70er störte hier niemanden, das Publikum tanzte begeistert durch – als Paar, allein oder in Formation. „Wir sind mit den Thunderbirds groß geworden und waren dabei, als sie auf dem Colaball im Rosengarten aufgetreten sind. Heute müssen wir einfach am Tag vor Weihnachten hierher, sonst würde etwas fehlen“, sagte Werner Kaufmann, Fan der ersten Stunde, und Lothar Euler, ein weiterer Fan, fügte hinzu: „Die Musik ist wie ein alter Diesel – je länger sie läuft, desto besser wird sie.“ Auch Gäste als musikalische Begleitung hatten die Thunderbirds eingeladen. Hans Frauenschuh, ehemaliges Mitglied von Nine Days Wonder, und Rolly Germann von Just for Fun spielten und sangen Rock’n’Roll-Klassiker, für Soul-Nummern wie „Mustang Sally“ war Roger Kettner von Soulfinger zuständig.

Alles Twist

„Soul ist noch eine Musik mit Ecken und Kanten im Gegensatz zur heutigen Musik, bei der die Künstler zu sehr mit dem Kommerz mitschwimmen müssen“, meinte Kettner.

„Kennt ihr die Lords?“, rief Schäfer vom Keyboard aus. Natürlich kannte der ganze Saal die Lords und ihren „Poor Boy“. Nach Klassikern wie „Route 66“ und „Save the Last Dance for Me“ kam dann das traditionelle Beatles-Finale mit Wunderkerzen, „Imagine“ und „Hey Jude.“ Bei der Zugabe wurde mit „Wipe Out“ der Surfsound ausgepackt – und es durfte nochmal ordentlich Twist getanzt werden. kge