Feudenheim

Feudenheim Beleuchtung der Glasfassade mit frühlingshaftem Liederabend eingeweiht / Mitglieder des Fördervereins mehrere Tage im Einsatz

Neue Lichtinstallation in der Epiphaniaskirche

Archivartikel

110 Meter LED-Streifen beleuchten seit kurzem die Glaswand an der Südfassade der Epiphaniaskirche in Feudenheim bei abendlichen Veranstaltungen. In tagelanger ehrenamtlicher Arbeit haben Mitglieder des Fördervereins Epiphanias die Lichter angebracht, angeleitet wurden sie dabei von der Leiterin der Beleuchtungsabteilung am Nationaltheater, Nicole Berry.

Auch wenn es draußen schon dunkel ist, kommen nun 144 bunte Glasquadrate zur Geltung und tauchen den Kirchraum in stimmungsvolles Licht.

Von außen ist mit den warmweiß ausgeleuchteten Betonkassetten ebenfalls ein beeindruckender Effekt zu bestaunen. „Ohne die Unterstützung durch Dekan Ralph Hartmann, die ehrenamtlichen Helfer und die großzügige Spende insbesondere der Eva und Horst Engelhardt Stiftung wäre das nicht möglich gewesen“, dankte Werner Besier, Vorsitzender der Vereine Förderer von Epiphanias und Kulturkirche Epiphanias allen Beteiligten.

Sopranistin erkrankt

Eingeweiht wurde die neue Lichtinstallation in der Kulturkirche im Rahmen eines Liederabends mit dem Titel „Mainacht“. Da die Sopranistin Barbara Emilia Schedel kurzfristig erkrankt war, musste der Tenor Benedikt Nawrath für sie einspringen. Doch die Programmumstellung und die kurze Vorbereitungszeit von zwei Tagen taten dem Konzert keinen Abbruch: Nawrath und sein Begleiter, Jan Roelof Wolthuis am Klavier, bezauberten die Zuhörer mit romantischen Frühlingsliedern.

Robert Schumanns Liedzyklus Dichterliebe, in dem der Komponist Gedichte von Heinrich Heine vertonte, beschreibt den tragischen Verlauf einer unglücklichen Liebe. Nawrath, der unter anderem bereits Engagements am Nationaltheater Mannheim und am Staatstheater Wiesbaden vorweisen kann, trägt die jeweiligen Zustände des Protagonisten - seine überschäumende Liebesseligkeit, den Groll und die stumpfe Resignation, in der er seine Liebe begräbt – berührend und mit glaubhaftem Ausdruck vor, der ins Herz dringt. Seine hervorragende Textverständlichkeit bringt auch die feine Symbolik und die grimmige Ironie der Sprache Heines zur Geltung, die Schumanns Musik so treffend weiterspinnt.

In Jan Roelof Wolthuis, der als Pianist und Dirigent an den Opernhäusern von Amsterdam, Mannheim, Freiberg und Karlsruhe mit namhaften Dirigenten arbeitete, in zahlreichen Rundfunk- und Fernsehaufnahmen als Liedbegleiter auftrat und auch als Komponist tätig ist, hat Nawrath einen erfahrenen Begleiter, der nicht nur über einen großen Reichtum an klanglichen Nuancen verfügt, sondern auch über die Fähigkeit, die Interpretation des Sängers bestmöglich zu unterstützen und zu ergänzen.

Im zweiten Teil berühren Nawrath und Wolthuis mit ihrer Interpretation von vier Liedern Franz Schuberts – wenn auch nicht ganz so eindringlich wie zuvor mit der Dichterliebe. Ein bisschen Opernflair holt Benedikt Nawrath mit drei ‚Arietten’ von Vincenzo Bellini in die Epiphaniaskirche. Es sei das erste Mal, dass er diese Lieder öffentlich singe, so Nawrath. Eine gute Entscheidung. Bellini liegt ihm und hat einen Platz in seinem ständigen Repertoire verdient.

Mit einer bewegenden Interpretation von vier melancholischen Mendelssohn-Liedern geht es noch einmal zurück in die deutsche Romantik. Zum Abschluss gibt es zwei italienische Lieder, die schon fast als Gassenhauer bezeichnet werden können: die liebestrunkene „Mattinata“ von Leoncavallo und die ewig begeisternde Tarantella „La danza“ von Rossini.

Benedikt Nawrath und Jan Roelof Wolthuis tragen beide mit sichtlicher Freude vor und bringen das Publikum zum Schmunzeln, was nach all der Melancholie für einen heiteren Ausgang sorgt.