Feudenheim

Feudenheim Historisches Relikt von 1598 abgebaut

Neuer Platz für alten Brunnen

Nur noch ein paar Bretter sind übrig, die das Loch auf dem Boden abdecken: Der historische Brunnen von Feudenheim ist abgebaut. Das Relikt aus rotem Neckarsandstein mit Renaissance-Ornamenten stammt von 1598 und ist damit neben dem gotischen Turm der St. Peter- und Paul-Kirche das älteste Baudenkmal im gesamten Mannheimer Osten. Bisher im Garten des Bonhoefferhauses platziert, musste er jetzt aber dem geplanten Neubau des evangelischen Gemeindehauses weichen.

Bis zum Bau einer eigenen Wasserversorgung mit Wasserturm 1905 durch die – damals noch selbstständige – Gemeinde Feudenheim gab es mehrere öffentliche und private Ziehbrunnen in dem Ort. Erhalten bleiben konnten von dieser Art nur wenige. Der Jochbrunnen von 1598 ist der mit Abstand Älteste. Er stand hinter einer Scheune hinter dem „Goldenen Hirsch“ in der Hauptstraße 41/41 a auf der Grundstücksgrenze zwischen zwei Anwesen.

Verein protestiert

Das war früher üblich, damit ihn mehrere Familien nutzen konnten. 1961 stellten ihn die Eigentümerfamilien zur Verfügung, so dass er im öffentlichen Raum aufgestellt werden konnte. Auf Brettern wurde er damals zur Eberbacher Straße verschoben. Nun ist er restauriert und im Garten des Theodor-Fliedner-Heims in der Theodor-Storm-Straße platziert worden. Dort soll es zur Einweihung ein Fest geben – der Termin ist aber offen.

Der Verein Ortsgeschichte hatte zunächst deutlich gegen diese Lösung protestiert, weil solche Brunnen in den Ort gehörten und nicht in eine solche Randlage. Die Denkmalschutzbehörde stimmte der Verlegung aber zu. „Da in der Eberbacher Straße ohnehin nicht der originale Standort des Brunnens war, war eine Translozierung aus denkmalpflegerischer Sicht möglich“, so Konservatorin Monika Ryll auf Anfrage.