Feudenheim

Feudenheim Zukunft des katholischen Gemeindehauses unklar / Caritas und Feudenheimer Unternehmer als Interessenten übrig

Nur noch zwei Bieter wollen den „Prinz Max“ kaufen

Archivartikel

„Es ist Zeit, Neggel mit Kepp zu machen“, mahnte Kerwebürgermeisterin Irmi Benz und blickte von der großen Bühne aus wehmütig Richtung „Prinz Max“. Doch die Zukunft des katholischen Gemeindehauses in Feudenheim bleibt weiter unklar. Von den zunächst fünf Interessenten, die das Gebäude kaufen, teils abreißen und teils erhalten wollten, sind nach „MM“-Informationen nur noch zwei übrig. Nun muss der Stiftungsrat der Katholische Kirchengemeinde Maria Magdalena entscheiden, wem er den Zuschlag gibt.

Nach wie vor im Rennen sind der Caritas-Verband und ein Feudenheimer Unternehmer, der früher Pfarrjugendleiter in der Gemeinde war. Er hat daher eine emotionale Bindung an den „Prinz Max“ und erklärte sich bereit, das Gebäude zu erwerben. Zurückgezogen hat ein Architekt, der hier neu bauen wollte, und auch eine Baufirma sowie eine Mannheimer Baugenossenschaft sind nach „MM“-Informationen aus dem Kreis der Bieter ausgeschieden.

Kerwebürgermeisterin drängt

Pfarrer Daniel Kunz wollte dazu auf Anfrage aber nichts sagen. Er könne zwar „verstehen, dass es viele Menschen brennend interessiert, wie es weitergeht“, so der Pfarrer: „Wir sind aber noch nicht soweit, und ich würde gerne die nächsten beiden Stiftungsratssitzungen noch abwarten, da Ungares immer Verwirrung mit sich bringt“, meinte er.

Doch Irmi Benz machte den „Prinz Max“ zum Thema der Kerweeröffnung. Schließlich ist die Chefin der Feudenheimer Frauenfasnacht nicht nur Kerwebürgermeisterin, sondern auch Sprecherin der Initiative „Rettet den Prinz Max“.

„Wenn die Kirche nicht so zögerlich wäre, könnte er schon bald in neuem Glanz erstrahlen“, mahnte sie und plädierte dafür, den Feudenheimer Unternehmer zum Zuge kommen zu lassen: „Ein Käufer steht in den Startlöchern, der den Prinz Max erhalten und Feudenheim zur Verfügung stellen würde – ohne Profitgedanken. Das Gebäude muss sich mit den Mieteinnahmen lediglich tragen“. Das, so die Kerwebürgermeisterin, sei „ein absoluter Glücksfall“: „Wir haben eine einmalige Chance, dieses Kleinod zu erhalten, und ich hoffe, die Kirche ist sich ihrer Verantwortung bewusst“.

Betreutes Wohnen mit Saal

Zudem habe der Feudenheimer Verleger Ulrich Wellhöfer einen Betreiberfonds gegründet, der das erste Betriebsjahr sichern wolle (wir berichteten). „Viele Vereine und Einrichtungen haben verbindliche Mietzusagen gemacht. Dieses Signal macht klar, dass ein Saal dieser Größe mit Bühne gebraucht wird und eine Zukunft hat“, so Benz.

Der „Prinz Max“ sei „eine Institution in Feudenheim und wichtiger Veranstaltungsort im Herzen unseres Stadtteils“. Er habe „Atmosphäre und vielleicht auch ein paar Macken – aber er ist nicht durch einen Speisesaal mit dem Charme einer Bahnhofshalle zu ersetzen“, so Benz.

Das ist eine Anspielung auf die Pläne vom Caritas-Verband. Er will den alten „Prinz Max“ abreißen, dort einen Neubau für Betreutes Wohnen errichten. Dafür brauche man auch einen „gemeinschaftlich nutzbaren Raum, und ich könnte mir vorstellen, dass wir dann da einen Saal einplanen, den auch Vereine nutzen können“, so Regina Hertlein, Vorstandsvorsitzende des Caritasverbands: „Wir wollen und müssen da einfach mit den Feudenheimern ins Gespräch kommen“, sagt sie.

Doch Hertlein formuliert bewusst vorsichtig. Noch hat die Caritas nicht den Zuschlag, der Caritasrat hat das Projekt auch noch nicht beschlossen. Man habe nur eine Bauvoranfrage gestellt und ein Angebot abgegeben. „Wir sind in Feudenheim bisher gar nicht präsent und möchten den Menschen hier, in guter Lage direkt im Herzen des Stadtteils, ein Angebot machen“, so Hertlein. Denkbar wäre auch, mit der Evangelischen Kirche, der ja das benachbarte Grundstück gehört, zusammenzuarbeiten: „Ich denke, da kann man ein tolles Konzept realisieren – wir bieten es jedenfalls an“, meinte sie.

Nicht vorstellen kann sich Hertlein dagegen, den „Prinz Max“ zu erhalten, wie das der Feudenheimer Investor zugesagt hat: „Ich verstehe, dass das Herz der Feudenheimer daran hängt, aber der Raum ist nicht barrierefrei, und ich glaube auch nicht, dass man ihn bei den heutigen Brandschutz- und Sicherheitsvorschriften weiter betreiben kann“.