Feudenheim

Ost/Feudenheim Zwölf Parkplätze in der Joseph-Bauer-Straße fallen weg

Rathaus-Anfrage bringt mächtig Ärger

Archivartikel

Als Gerhard Werner vor eineinhalb Jahren in die Joseph-Bauer-Straße in Feudenheim zog, fiel ihm relativ schnell auf, dass die Parksituation nicht optimal war. Er selbst ist Autofahrer. „Die Parkplätze waren geduldet, aber nicht offiziell“, sagt Werner.

Zum Verständnis: Die Joseph-Bauer-Straße geht von der Ilvesheimer Straße, einer Hauptverkehrsstraße, ab und verläuft in zwei Kurven wieder zur Ilvesheimer zurück. Das Viertel entstand Anfang der 1960er Jahre und war an den damaligen Verkehr angepasst. Die Fahrbahn ist so schmal, dass nicht beidseitig geparkt werden kann, ohne dass der Weg für Feuerwehr- und Müllfahrzeuge versperrt wäre. Daher nutzen die Pkw-Fahrer zur Hälfte den Gehsteig. Die Straße wird im Bereich der Kurven breiter, so dass in den Außenkurven bisher geparkt werden konnte, die Innenkurven wurden in jedem Fall frei gelassen aufgrund der Einsicht.

Dafür haben laut Werner an der Einfahrt der Straße öfter mal Autos zu nah an der Kante geparkt, was die Sicht wiederum einschränkte. „Ich schrieb eine Mail an die Abteilung Verkehrsplanung und schilderte die Situation.“ Werner hätte sich eine Absenkung des Gehwegs und einen eingezeichneten Parkstreifen vorstellen können. Anfang des Jahres kam eine Antwort aus dem Rathaus der Abteilung Verkehrsplanung, nachdem eine Ortsbesichtigung stattgefunden hatte: „Wir werden eine Vorplanung zur Neuordnung des ruhenden Verkehrs durchführen und mit den zuständigen Ämtern abstimmen.“ In der Mail wurde auch erklärt, dass die Markierung eines Parkstreifens ohne baulichen Eingriff nicht möglich sei.

Werner wartete auf alternative Vorschläge. Doch es kam anders. Auf der Einfahrt von der Ilvesheimer Straße wurde eine Zickzacklinie markiert, um Einsicht und Durchfahrt für Einsatzfahrzeuge zu gewähren. An beiden Kurven wurde außen und innen Halteverbotsschilder angebracht, eines davon direkt vor dem Haus, im dem Werner wohnt. „Die Schilder machen meiner Meinung nach keinen Sinn, denn innen weiß jeder, dass man nicht parken darf und außen wäre genügend Platz,“ so Werner.

Auch vorbeikommende Anwohner sind beim Ortstermin der Meinung, die parkenden Autos in der Außenkurve hätten bisher niemanden gestört, es sei kein größeres Fahrzeug behindert worden. Werner ärgert sich darüber, dass aufgrund einer Anfrage nun schätzungsweise zwölf Parkplätze weggefallen sind. „Wir hätten als Anwohner gerne vorab mit der Verwaltung diskutiert. Keiner der Anwohner dürfte mit der kostenintensiven Änderung einverstanden sein.“ Die Parkplatzsuche gestalte sich seither schwieriger, die gute Absicht ist quasi umgeschlagen in eine „Verschlimmbesserung“, wie Werner es nennt. Daher möchte er mit diesem Problem an die Öffentlichkeit gehen. „Alles ist rechtens, aber es hilft uns nicht.“