Feudenheim

Feudenheim Eisenbahn- und Spielzeugmarkt mit Jim-Knopf-Sonderedition in der Kulturhalle

Sammlerstücke und Raritäten

„Wenn ich Lust habe, etwas zu machen, fahre ich auf die Messe“, erklärte Modelleisenbahner Olaf Weiler. Seit Kindertagen bleibt Weiler seinem Hobby treu. „Als Jugendlicher hatte ich mal zwei, drei Jahre kein Interesse gehabt. Doch dann wurde alles wieder ausgepackt und aufgebaut.“ Zum jüngsten Eisenbahn- und Spielzeugmarkt war der Händler extra aus Bonn angereist. Der 60-Jährige verkauft die unterschiedlichsten Modelle. „Von fast jedem Hersteller habe ich etwas dabei, ob Fleischmann oder Arnold“, versicherte der Sammler. Auch sonst gab es auf dem Markt wieder allerhand zu entdecken.

„Nichts Halbes und nichts Ganzes“

Zu Hause im heimischen Bonn steht bei Olaf Weiler eine richtige Modelleisenbahnlandschaft aufgebaut. „Den Hersteller Arnold gibt es nicht mehr, das Unternehmen ging 1995 insolvent und wurde aufgekauft. Das ist aber nichts Halbes und nichts Ganzes mehr“, bedauerte Weiler, der bis zu seiner Pensionierung beruflich als Baggerfahrer gearbeitet hatte. Aufgrund eines beruflich verursachten Lungenleidens musste der Rheinländer seinen Job vorzeitig aufgeben – und hat nun umso mehr Zeit für sein Hobby. Hinter einem anderen Stand saß Sammler Peter Heller, der nach Kundenwunsch kleine Lämpchen in Spielzeugfahrzeuge einbaut. Deshalb blinkte und leuchtete es an seinem Stand mit Polizei- und Feuerwehrautos in wildem Blau und Weiß. „Ich baue SMD-Lämpchen ein. Als Scheinwerfer. Das macht sonst niemand“, schilderte Modellbauer Peter Heller, der in Kolbingen auf der Schwäbischen Alb lebt. Aktuell läuft in den Kinos die Neuverfilmung des Kinderbuchs „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“.

Im Handumdrehen ausverkauft

Aus diesem Anlass hat der traditionsreiche Hersteller Märklin eine Sonderedition der Dampflokomotive Emma als Spielzeugset auf den Markt gebracht. Die war auf dem Feudenheimer Modellmarkt im Handumdrehen ausverkauft. Trotz des sonnigen Frühlingswetters, das ins blühende Freie lockte, zeigte sich das Veranstalter-Ehepaar Jutta und Bernd Sauerbrey zufrieden mit der Besucherzahl.

Dennoch mangele es an Nachwuchs in der Sammler- und Modellbauer-Szene. „Es fehlt an Kindern, die mit Opa oder Vater die Messe besuchen“, beklagte Organisator Bernd Sauerbrey, der mit seinem Stand immer an derselben Stelle anzutreffen ist – im Foyer der Kulturhalle in der hinteren Ecke rechts. „Jeder Ständler hat seinen Stammplatz. Das macht es einfacher, die Plätze einzuteilen“, erklärte der 60-Jährige. Auf seinen Tischen verkaufte Veranstalter Sauerbrey einen dunkelgrünen Lokschuppen mit Schienen auf großer Drehscheibe davor.

Den detailreich verarbeiteten Lokschuppen schilderte Sauerbrey mit einem Preis von 75 Euro aus. Außerdem veräußerte Szene-Kenner Sauerbrey ein original verpacktes gelbes Postauto namens „25 Jahre dieselflinker Post-Golf“, damals als Sonderedition herausgegeben von der Deutschen Post im März 2000. „Dieses gelbe Postauto ist sogar nummeriert“, erläuterte der Händler. Manche Sammler kaufen auch ganz gezielt kaputtes Spielzeug, um es daheim in feiner Handarbeit wieder zu reparieren.