Feudenheim

Feudenheim Frottagen und Aquarelle von Karin Friede-Vögele im Kulturtreff Altes Rathaus ausgestellt / Noch zweimal sonntags geöffnet

Sanfte Farben treffen starke Linien

Wer derzeit die Galerie des Feudenheimer Kulturtreffs betritt, wird von einer heiteren Leichtigkeit und einer stillen Spannung ergriffen. Auf der einen Seite umgeben den Besucher Malereien von unaufdringlicher warmer Farbigkeit, auf der anderen ziehen grau-schwarze Gebilde die Blicke auf sich. Es sind die Werke von Karin Friede Vögele, die noch bis zum 20. Oktober dazu einladen, betrachtet und erforscht zu werden.

„Kontraste“ überschreibt die seit vielen Jahren von der Gestaltung mit Holzskulpturen und den verschiedenen Maltechniken begeisterte einstige Berufsschullehrerin diese Ausstellung. Und damit ist nicht nur die Gegenüberstellung von Aquarell und Frottage gemeint. Es sind die Farben und Motive, die bei diesen beiden Maltechniken kontrastieren. Menschenleere Landschaften stehen gestaltenartigen Wesen gegenüber, lassen den Betrachter eintauchen in zwei völlig unterschiedliche Welten.

Verfahren nach Max Ernst

Die Frottage oder Abreibung geht auf ein altes chinesisches Verfahren zurück, das 1925 von Max Ernst neu entdeckt und weiter entwickelt wurde. Dabei wird die Oberflächenstruktur eines Gegenstandes durch Abreibung mittels Kreide oder Bleistift auf ein aufgelegtes dünnes Papier übertragen.

Karin Friede Vögele verwendet vorwiegend Schwarzkreide und zaubert aus den abgeriebenen Strukturen Bilder voller Kraft und Bewegung: Ein rotierender Kreis erscheint wie ein Meteor, der durch die Fliehkraft Partikel ins All wirft (Nr. 1). Dann wieder stürzt sich ein Raubvogel auf seine Beute, oder ist es eine ausdruckstarke Tänzerin (Nr.6)? Rätsel geben die Frottagen auf, die mal als muskulöse Männer oder als stolze Damen auszumachen sind.

Karin Friede Vögele setzt keine Titel unter ihre Exponate, lässt dem Betrachter freien Raum zur Interpretation. Auch ihre Aquarelle laden zur eigenen Sichtung ein: Unverkennbar sind es Landschaften unter wolkenballenden Himmeln, die sich in den vielfältigsten Farben widerspiegeln. Die Farbpigmente, die sie benutzt, tauchen ihre wasserdurchtränkten Aquarelle in sanftes Licht, lassen sie verschwimmen vor einer untergehenden Sonne, vor einer Fluss- oder Meeresidylle.

Die Ausstellung ist bis 20. Oktober immer sonntags von 11 bis 13 Uhr geöffnet oder nach Vereinbarung unter Telefon: 0157/555 989 89.