Feudenheim

Feudenheim Harfenmusik mit Madeleine Schumacher im Hof des Kulturtreffs

Sanfte Lieder aus verborgenen Gärten

Die Welt wird immer lauter, der Alltag immer hektischer – da ist es eine Wohltat, einen Ort zu finden, an dem leise Töne vorherrschen und mystische Geschichten die Realität vergessen lassen. Der Feudenheimer Kulturtreff hat auf seinem malerischen, von einer Sandsteinmauer umgebenen Hof mit der Mannheimer Harfenistin Madeleine Schumacher einen solchen Ort geschaffen. Zu dem sanften Klang des keltischen Instruments sang die Interpretin mit ihrer zarten, leicht schwingenden Stimme Liebes- und Lebenslieder, die die rund 50 Besucher des Abends weit weg und hinein in eine magische Welt entführten.

„Ich liebe Sagen, Mythen und Legenden“, gestand die in Oberbayern geborene und in Brooklyn (New York) aufgewachsene Madeleine Schumacher. Ihre Sehnsucht nach der Stille hat sie aus dem lärmenden Treiben der Großstädte zum beruhigenden Saiteninstrument geführt – zunächst zur Gitarre, dann zur Harfe. Seit vier Jahren begeistert sie im Rhein-Neckar-Raum mit ihrem virtuosen Harfenspiel und ihren begleitenden Liedern, die sie aus den „verborgenen Gärten“ der Jahrhunderte schöpfte.

Von Minneliedern bis Balladen

Ob es ein mittelalterlicher Minnesang, ein traditionelles Liebeslied aus Katalanien oder Schottland, ein Schlaflied der sephardischen Juden, ein Volkslied aus Schlesien oder eines der wunderschönen Balladen des zwanzigsten Jahrhunderts, alle waren leise, nachdenkliche Songs, die Madeleine Schumacher – vielfach in Originalsprache – zu neuem Leben erweckte. Der irische Segensspruch (May it be) von Enya, das wehmütige Erinnern an die Tänzerin Suzanne Verdal von Leonard Cohen, die Visionen von Sting in „Fields of Gold“ oder das von Don McLean interpretierte Van-Gogh-Gemälde Sternennacht („Starry Night“) klang hier ebenso über den Hof, wie Amanda McBrooms „The Rose“ oder das bekannte „Scarborough Fair“.

Langanhaltender Applaus

Doch Madeleine Schumacher komponiert auch eigene Songs, wie die sehnsüchtige Erinnerung an den Garten ihrer Kindheit oder ihre Vertonungen balladenhafter Gedichte. So weckte sie mit dem Minnelied „Ich zog mir einen Falken“ des Dichters Kürenberg, mit dem Gedicht „Blaue Blume“ von Eichendorff, mit Clemens Brentanos „Lore Lay“ oder Rilkes Rat „Du musst das Leben nicht verstehen“ stille Gedanken an die unberechenbare Liebe und die Vergänglichkeit des Lebens.

Das Harfenkonzert mit Madeleine Schumacher – Ein Abend voller sanfter Klänge und forttragender Melancholie, dem mit langanhaltendem Applaus gedankt wurde.